„Massenaktion zivilen Ungehorsams“ im Landkreis Vechta

Aktionscamp gegen Tierindustrie bei Wiesenhof in Rechterfeld geplant

Die Aktiosgruppe gegen Tierindustrie kündigt massive Proteste in Rechterfeld an.
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Die Aktiosgruppe gegen Tierindustrie kündigt massive Proteste in Rechterfeld an.

Rechterfeld – Das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie” hat vom 12. bis 17. Juli ein Aktionscamp und eine Massenaktion zivilen Ungehorsams im Landkreis Vechta in Niedersachsen angekündigt. Ort des Protests wird die Hauptzentrale des größten deutschen Geflügelkonzerns PHW (Wiesenhof) in Rechterfeld sein, zu dem auch der Wildeshauser Betrieb Geestland Putenspezialitäten gehört.

Laut einer Ankündigung werden mehrere hundert Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Das Bündnis kritisiert die negativen Auswirkungen der Fleischproduktion und fordert einen Ausstieg aus der Tierindustrie sowie eine solidarische und ökologische Agrarwende.

„Konzerne wie PHW heizen die Klimakrise an, sind für gigantisches Tierleid verantwortlich und beuten Arbeiter aus“, wird Antonia Hoffmann von „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ zitiert. „Die Milliardenprofite dieser Unternehmen beruhen auf Gewalt und Zerstörung. Die Tierindustrie hat ihre gesellschaftliche Akzeptanz längst verloren – trotzdem wird sie noch immer massiv subventioniert.“ Im Juli wollten die Aktivisten zeigen, dass sie das nicht länger hinnehmen. „Wir brauchen den Ausstieg aus der Tierindustrie und eine umfassende Ernährungswende.“

Die Aktion soll nach Angaben der Veranstalter die größte Blockade-Aktion gegen einen Tierindustrie-Konzern in Deutschland sein, die je stattgefunden hat. Sie verweisen darauf, dass die Region um Rechterfeld deutschlandweit eine der höchsten Dichten an Tierfabriken aufweist. Hoffmann: „Unsere Aktion richtet sich nicht gegen Landwirte, sondern gegen die verantwortlichen Konzerne. Diese Art der Produktion von Nahrungsmitteln hat keine Zukunft. Wir kämpfen für eine sozial gerechte Transformation des Agrarsystems.“

Aufruf von mehr als 20 Organisationen unterzeichnet

Auf dem Aktionscamp sollen Perspektiven zur Agrarwende und zum Ausstieg aus der Tierindustrie diskutiert und weiterentwickelt werden. Das überregionale Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ hat sich 2019 gegründet und seitdem mehrere Demonstrationen sowie Blockaden von Schlachthöfen veranstaltet. Erstmals steht nun die PHW-Gruppe im Fokus. Alle Anlagen der Tierindustrie müssten geschlossen werden, heißt es im Aufruf zur Aktion. Dieser wurde bislang schon von mehr als 20 Organisationen unterzeichnet.

Hoffmann sagt: „Die PHW-Gruppe tötet in einer einzigen Woche mehr als 4,5 Millionen Hühner – Lebewesen, die in ihrem extrem kurzen Leben nur gelitten haben. In den Mastställen wird massenweise Soja aus Südamerika verfüttert, das treibt die Abholzung der Regenwälder voran und verschärft globale Ungerechtigkeit. Auch in Deutschland sind die Schlachtfabriken des Konzerns Umweltkiller, weil sie riesige Mengen Wasser verbrauchen und Abwasser produzieren.“

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