Erste Veranstaltung: Lesung mit AfD-Zitaten und Referat von Szenekenner Ralf Beduhn

Aktionsbündnis gegen Rechtsdrift

Ralf Beduhn (links) hielt ein Referat. Volker Beyer und Kreszentia Flauger (von rechs) lasen AfD-Zitate vor. Foto: hri

Wildeshausen – Befinden wir uns inmitten einer Zeitenwende? Der Wildeshauser Ralf Beduhn, Pädagoge und Rechtsextremismusexperte, sieht mit dem Erstarken der AfD Anzeichen dafür, dass die Gesellschaft nach rechts driftet, wenn nicht dagegen gesteuert wird. Das Aktionsbündnis „Solidarisches Wildeshausen WIR“ (So.Wi.WIR) will Letzteres tun. Am Montagabend trafen sich Mitglieder und Interessierte im „Wildeshauser Hof“. In einer szenischen Lesung „Stammtisch für Hassprediger“ wurden Zitate von AfD-Mitgliedern oder Personen mit einem Bezug zur AfD vorgelesen. Vortragende waren unter anderem Kreszentia Flauger und Volker Beyer (beide Linke).

„Nigger, Sandneger. Ich hasse sie alle“ oder „Je mehr Migranten ersaufen, desto eher begreifen selbst afrikanische Ziegenhirten, dass es sich nicht lohnt, nach Europa aufzubrechen“, waren nur zwei der mehr als 30 Zitate. Nach der Lesung herrschte im Publikum zunächst betretenes Schweigen. Viele waren sich bewusst, dass es sich eben nicht um Stammtischgerede handelte, sondern um öffentliche Aussagen. Beduhn stellte den folgenden Vortrag weg von den Emotionen auf eine zumeist sachliche Ebene. „Es wäre ungenau, die AfD insgesamt als Nazipartei zu bezeichnen. Sie besteht im Wesentlichen aus drei Strömungen“, begann der ehemalige Lehrer sein Referat. Die neoliberale Gruppierung werde beispielsweise durch Jörg Meuthen vertreten. Beatrix von Storch repräsentiere die zweite Gruppe, bestehend aus christlichen Fundamentalisten.

Dem rechten Rand der AfD, dem „Flügel“, widmete sich Beduhn in seinen weiteren Ausführungen. Bekanntester Vertreter ist Björn Höcke, Landesvorsitzender der AfD in Thüringen. Viele Anhänger des Flügels seien seit Jahren in der rechtsextremen Szene vernetzt. „Die AfD wirkt wie ein Schwamm. Waren die Rechten früher in zersplitterten Gruppen aktiv, sammeln sie sich inzwischen am rechten Rand der Partei“, erklärte Beduhn.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die mehr als 20 Zuhörer intensiv über Vorgehensweisen. Es soll nicht das letzte Treffen gewesen sein. Das Aktionsbündnis kommt immer am zweiten Mittwoch im Monat beim Deutsch-Irakischen Freundeskreises, Ecke Heiligenstraße/Kleine Straße, in Wildeshausen zusammen. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.  hri

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