Großer Andrang in Sandkrug und Wildeshausen

Aktion mit 30 Prozent Erstimpfungen

Impfen in Wildeshausen: Der Andrang war am Mittwoch um 10 Uhr gleich groß.
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Impfen in Wildeshausen: Der Andrang war am Mittwoch um 10 Uhr gleich groß.

Wildeshausen – Die mobilen Impfaktionen im Landkreis Oldenburg laufen gut an. Am Dienstag konnten in Sandkrug 580 Impfungen vorgenommen werden. „Davon waren 30 Prozent Erstimpfungen“, berichtete Oliver Galeotti, Pressesprecher des Landkreises.

Es seien so viele Menschen gekommen, dass nicht alle versorgt werden konnten – obwohl sogar Vakzine nachgeordert wurden.

Am Mittwoch standen vor dem ehemaligen Feuerwehrhaus in Wildeshausen um 10 Uhr auch schon wieder geschätzt 200 Personen, die sich impfen lassen wollten. Laut Dörthe Stuckenborg von den Maltesern waren für den Vormittag drei Ärzte eingeplant, ab Mittag sollten noch zwei Ärzte bei den Impfgesprächen dabei sein. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass im Laufe des Tages mehr als 500 Impfungen bewerkstelligt werden können. Geöffnet ist das kleine Impfzentrum aber auch noch diesen Donnerstag, Freitag sowie am Montag und Dienstag nächster Woche von 10 bis 17 Uhr.

Ärztlicher Leiter: Jeder Ungeimpfte wird erkranken

Unterdessen rechnet der ärztliche Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Oldenburg, Dr. Leonhard Hamschmidt, damit, dass die Inzidenzzahlen bis Neujahr ständig steigen werden. „Jeder Ungeimpfte wird die Erkrankung durchmachen“, so seine Einschätzung. Da die Letalität (Fallsterblichkeit) bei dieser Personengruppe deutlich höher sei als bei den Geimpften, rechnet Hamschmidt mit einigen weiteren Toten im Landkreis Oldenburg. „Statistisch sterben zwei von 10.000 Menschen, die an Corona erkranken“, zitiert er Statistiken. Es zeige sich, dass die Intensivbetten in den Krankenhäusern zu etwa 90 Prozent mit ungeimpften Coronapatienten belegt sind.

Kontaktnachverfolgung per Telefon

Angesichts der hohen Zahlen von Neuinfektionen, die derzeit im Landkreis bei rund 50 Menschen täglich liegt, kann das Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung nur noch telefonisch erledigen. Die positiv getesteten Bürger müssten sich automatisch in Quarantäne begeben, so Hamschmidt. „Wir rufen die Leute an, doch sie müssen nach Möglichkeit ihre Kontakte selbst informieren, dass sie einen Test machen, um Gewissheit zu erlangen.“ Sollten die Zahlen noch weiter steigen, könnte es passieren, dass das Gesundheitsamt nur noch die Menschen ansprechen kann, die Kontakte zu einer vulnerablen (besonders gefährdeten) Gruppe haben.

Der landläufigen Meinung, dass sich insbesondere EU-Bürger, die in den Schlachtbetrieben arbeiten, wegen ihrer schwierigen Wohnsituation verstärkt infizieren, widerspricht Hamschmidt. Dort, wo die Mitarbeiter in Unterkünften der Betriebe wohnen, werde die Lage sehr gut kontrolliert. „Hier gibt es Quarantänebereiche. Das läuft sehr gut“, so der Mediziner. Schwieriger sei es allerdings im privaten Umfeld, wenn die Mitarbeiter in eigenen Wohnungen leben. Die Firmen würden aber sehr viel Wert darauf legen, dass die Impfquote in den Betrieben steigt. Mittlerweile seien in manchen Unternehmen prozentual mehr Mitarbeiter geimpft als in der deutschen Gesamtbevölkerung. Auch ein bislang problematisches Unternehmen in Emstek habe jetzt schon eine Quote von über 70 Prozent erreicht.

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