Nun werden die alten Dachpfannen gesäubert

Ackerbürgerhaus entkernt und saniert

Die alten Tonpfannen werden gesäubert und anschließend wieder verwendet. - Fotos: dr

Wildeshausen - Auf dem Weg zu einem wahren Schmuckstück befindet sich ein Ackerbürgerhaus an der Kirchstraße in Wildeshausen, das seit knapp zwei Jahren im Besitz eines Architekten aus dem Landkreis Oldenburg ist, der ungenannt bleiben möchte. Wie berichtet, hatte der Mann die Immobilie von einer Wildeshauser Familie erworben, die angesichts zu erwartender Sanierungskosten in Höhe von bis zu einer Million Euro zurücksteckte.

Das Gebäude ist voraussichtlich knapp 240 Jahre alt und war im Laufe der vergangenen Jahre so stark verfallen, dass sich einige Wildeshauser große Sorgen machten. Schon kurz nach dem Erwerb des dreiteiligen Hauses hatte der Architekt aber dafür gesorgt, dass das marode Dach abgedeckt und das Fachwerk geschützt wurde. „Jetzt sind wir damit beschäftigt, die Hülle komplett wieder aufzubauen“, berichtet der Besitzer. Die Fenster seien schon alle erneuert.

In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz des Landkreises Oldenburg wird nun das Dach repariert. Aktuell ist das Gebäude eingerüstet. Die Arbeiter nehmen die alten Tonpfannen ab, reinigen sie und legen sie dann wieder auf. Allerdings soll vorher ein neues Unterdach installiert werden, um das Gebäude vor der Witterung zu schützen, falls mal ein Ziegel kaputt geht.

Auch die Innenräume haben sich verändert. In den vergangenen Monaten wurde die gesamte Vertäfelung aus den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts herausgerissen. Darunter kamen die alten tragenden Fachwerkwände zum Vorschein, die komplett freigelegt und saniert wurden.

Das gesamte Gebäude wird isoliert. Anfang kommenden Jahres zieht in den vorderen Teil des Hauses an der Kirchstraße 8 eine Wildeshauser Anwaltskanzlei ein. Was mit dem mittleren und hinteren Teil des Gebäudes an der Sägekuhle geschieht, ist noch nicht abschließend geklärt. Dort befindet sich derzeit ein ungenutzter Wohnbereich.

„Immerhin haben wir mit diesen Arbeiten den Druck herausgenommen, dass das Haus weiter verfällt“, so der Besitzer. Er freue sich, dass er eines der ältesten Häuser der Wittekindstadt retten konnte und dabei viel Unterstützung von der Denkmalpflege erhalte. - dr

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