31-Jähriger aus Wildeshausen wollte seine geschiedene Frau umbringen

Acht Jahre Gefängnis für versuchten Totschlag

Dramatischer Vorfall: Das Opfer wurde nach der versuchten Tötung mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Symbolfoto: dpa
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Dramatischer Vorfall: Das Opfer wurde nach der versuchten Tötung mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Symbolfoto: dpa

Wildeshausen/Oldenburg – Achtmal hat ein 31-Jähriger aus Wildeshausen am 25. August um 8.45 Uhr aus nächster Nähe in das Gesicht seiner damals 26-jährigen Ex-Frau geschossen – aus Rache für die vollzogene Scheidung zwei Tage zuvor.

Am Freitag ist der Mann zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes sprach den Angeklagten des versuchten Totschlags, der gefährlichen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz schuldig.

Bei dem Mann handelt es sich um einen Iraker jesidischen Glaubens. „Für die Scheidung nach jesidischem Recht sollte die Frau bezahlen“, sagte der Richter.

Einen Tag zuvor hatte sich der Angeklagte zwei Gaspistolen gekauft und sich dabei erkundigt, ob man damit auch töten könne. Am Morgen lauerte er der Ex-Frau an der Kapitän-Strasser-Straße in Wildeshausen auf. Zunächst schoss er ihr in den Nacken, um sie an der Flucht zu hindern. Dann schoss er zwei Magazine leer, wobei die acht Schüsse ins Gesicht aufgesetzt waren.

Täter war überzeugt, dass er die Frau getötet hatte

Der Angeklagte war den Feststellungen zufolge davon überzeugt gewesen, dass er sein Ziel – die Tötung der Frau – erreicht hatte und war nach Helsingborg in Schweden zu Verwandten geflohen, wo er einen Tag später festgenommen wurde. Die Frau hatte den grauenvollen Anschlag jedoch schwer verletzt überlebt.

Er habe nur verletzen, nicht töten wollen, sagte der Angeklagte. Angesicht der Tatplanung und der fast tödlichen Attacke glaubte ihm das aber keiner. Das genaue Motiv für den Tötungsversuch blieb allerdings im Dunkel. Opferfamilie und die Familie des Täters sind miteinander verwandt. Alle konnten deswegen die Aussage verweigern, was sie auch taten. Auch das Opfer verweigerte die Aussage.

Alle Beteiligten schwiegen

Zunächst war die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass der Angeklagte mit der Tat die Ehre seiner Familie wiederherstellen wollte. Deswegen war die Tat auch als versuchter Mord mit dem Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe angeklagt worden. Weil aber alle Zeugen schwiegen, konnte das Ehrverletzungs-Motiv nicht sicher festgestellt werden.

Mit dem Strafmaß erfüllte das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte nur auf gefährliche Körperverletzung plädiert und zweieinhalb Jahre Haft beantragt.

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