Abwechslungsreiches Neujahrskonzert

„Danse macabre“ weckt Begeisterung

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Die Klassische Philharmonie NordWest begeisterte mit ihrem Neujahrskonzert im Kreismusikschulsaal.

Wildeshausen - Wiener Walzer, ungarische Polka und musikalische Ausflüge in den hohen Norden, etwa in Edvard Griegs norwegische Musikwelt voller Trolle und Fabelwesen – von solch abwechslungsreichen Sprüngen lebte das Neujahrskonzert der Klassischen Philharmonie NordWest am Freitagabend im Wildeshauser Kreismusikschulsaal. Herausragend spielte dabei Violinistin Réka Lelek den Tod in Camille Saint Saens‘ „Danse macabre“. Sie entfachte im Handumdrehen die Begeisterung der gut 100 Zuschauer.

Klassische Ohrwürmer wechselten sich im Konzert mit weniger bekannten Stücken ab. So zeigte die Philharmonie NordWest einen Querschnitt aus der klassischen Musik. Niemand konnte sich der schwärmerischen Süße von Griegs bekannter „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite entziehen. Die Augen schließen und sich dem musikalischen Strom des frühlingshaften Erwachens hingeben – so genoss das Publikum das gefühlvolle Stück. Dirigent Ulrich Semrau hielt den Konzertgästen jedoch auch nicht die weiteren Stücke der Suite zum nordischen Helden Peer Gynt vor. Es folgte also eine märchenhafte Reise als Wechselbad der Gefühle mit „Ases Tod“, „Anitras Tanz“ und „In der Halle des Bergkönigs“.

„Viele von Griegs Werken sind von norwegischer Volksmusik beeinflusst“, hatte Semrau zuvor erklärt. Dem Publikum fiel es nicht schwer, sich die märchenhaften Szenen inmitten imposanter nordischer Naturlandschaft vorzustellen. Das Erscheinen des Bergkönigs nutzte das Orchester für ein fulminantes Grieg-Finale. Die Erde schien von den Schritten der Trolle zu beben, die ihrem Meister huldigten.

Eine ganz andere Dramatik erlebte das Publikum im Verlauf des nächsten Stücks, als das Orchester bei Camille Saint Saens‘ „Danse macabre“ die Geister aus den Gräbern steigen und tanzen ließ. Während die musikalische Dramatik des Bergkönigs archaisch wirkte, hätte der Tanz, zu dem „der Tod“ in Person der hübschen Ungarin Réka Lelek mit seiner Geige aufspielte, perfekt in jeden Gruselfilm gepasst. „Stellen Sie sich Skelette und Geister vor, die sich zu einem kuriosen Tanz versammeln!“, beschwor Semrau die passenden Bilder herauf. „Das Treiben wird immer unheimlicher, bis der Hahn mit seinem Krähen dem Spuk auf einen Schlag ein Ende bereitet. Nur der Tod bleibt noch eine Weile und spielt ungerührt weiter auf seiner Geige.“

Das Publikum hatte im Anschluss Gelegenheit, sich bei einem Wiener Walzer von dem Spuk zu erholen. „Wein, Weib und Gesang“ war das richtige Thema, um ausgelassen zu den Genüssen des Diesseits zurückzukehren. „Diese Walzerfolge gehört zu den größten von Johann Strauß, wird allerdings nicht so häufig gespielt wie die anderen“, erklärte Semrau. Flotte Märsche komplettierten den abwechslungsreichen Reigen. Natürlich fand das Neujahrskonzert traditionell mit dem Radetzkymarsch seinen Abschluss. Zwischendurch gab es aber auch eine ungarische Polka zu hören. Sehr authentisch brachte das Orchester diese rüber – vielleicht weil einige Musiker des internationalen Ensembles wie die Konzertmeisterin Réka Lelek aus Ungarn stammen.

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