Kritik an geplanten Fällungen

Industrie statt Wald: „Abholzung spottet jeder Beschreibung“

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Viele Bäume müssten für das Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West gefällt werden.

Wildeshausen – Reinhard Meiners, einer der Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Steinloge, kritisiert die geplanten Baumfällungen für das 36 Hektar große Industriegebiet Wildeshausen-West.

„Angesichts der Entwicklung unseres Klimas sowie des Umdenkens der Politik und der Öffentlichkeit in der Klimadebatte spottet es jeder Beschreibung, wenn mit fadenscheinigen ökonomischen Begründungen 26 Hektar reiner Wald abgeholzt werden sollen - um Vergleich: Beim Hambacher Forst handelt es sich um 100 Hektar“, heißt es einem Schreiben von Meiners an unsere Zeitung. Er verweist darauf, dass Wälder neben den Weltmeeren zu den wichtigsten Faktoren im Kampf gegen Klimawandel und Erderwärmung gehören würden.

Anlass für Meiners Wortmeldung ist die Berichterstattung unserer Zeitung darüber, dass die Stadt Wildeshausen für die abzuholzenden Bereiche Flächen aufforsten will, die in der Nähe des Pestruper Gräberfeldes sowie auf dem Gebiet der Gemeinde Großenkneten liegen. Das „täuscht nicht darüber hinweg, dass die CO2-Aufnahme des 26 Hektar großen Waldes durch die Ausgleichsmaßnahmen nicht kompensiert werden kann, da dies von einer Neuaufforstung erst nach vielen Jahren geleistet werden kann“, so Meiners. Während alle Welt die Wichtigkeit der Wälder für die Entwicklung des Klimas erkannt hätte, „scheinen Wirtschaftsförderer Claus Marx und einige Politiker in Wildeshausen ausschließlich ökonomische Interessen zu verfolgen, anstatt eine klimagerechte Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie anzustreben“, beklagt der IG-Sprecher.

Weitere Planungen dauern noch bis ins neue Jahr

Zum Verfahrensstand: Die im Rahmen der Bürgerbeteiligung und der Träger öffentlicher Belange eingegangenen Stellungnahmen sind weitestgehend geprüft, teilte die Stadt mit. Die sich daraus ergebenen zusätzlichen Prüfungen und notwendigen zusätzlichen Gutachten für den letzten finalen Planungsschritt lägen derzeit aber noch nicht komplett vor. Mit einer Beratung über den finalen Feststellungsbeschluss über die Änderung des Flächennutzungsplanes sei insofern in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen.

Die IG spricht sich schon länger vehement gegen Wildeshausen-West aus. Dabei geht es neben den Umweltschutzbelangen auch um die Lebensqualität für Anwohner. Steinloge habe sich zu einem Naherholungsgebiet mit ländlichem Charakter gewandelt, das durch die Ansiedlung von Industrie bedroht werde.

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