Kritik am Zustand der prähistorischen Denkmäler in Kleinenkneten 

Abgebrochene Äste über Großsteingräbern

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Gefährlich und kein schöner Anblick an den Kleinenkneter Steinen: Seit Monaten liegen dort Äste auf den Gräbern.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Auf den prähistorischen Flächen der Niedersächsischen Landesforsten, Forstamt Ahlhorn, läuft es derzeit nicht rund. Am Donnerstag musste die Beweidung mit Moorschnucken auf dem Pestruper Gräberfeld abgebrochen werden. Zudem gibt es Kritik, dass die Großsteingräber in Kleinenkneten durch abgebrochene Äste in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Erst vor zwei Wochen waren 122 Diepholzer Moorschnucken vom ehemaligen Schäferhof Teerling, den Ende 2017 die „Heimat braucht Freunde gGmbH“ aus Wagenfeld übernommen hatte, zum Gräberfeld gebracht worden. Hinter der Gesellschaft steht der Bund für Umwelt und Naturschutz. Da aber Schäfer Detlef Helmers den gesamten Monat Mai krankheitsbedingt ausfällt, mussten nach Angaben von Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten, die Tiere wieder abgeholt werden. „Ich hoffe, die Heide kann mit der verkürzten Beweidungsperiode leben“, sagte er. „Vielleicht können wir die Moorschnucken im Herbst ein wenig länger auf dem Gräberfeld lassen.“

Die traditionelle Schafschur zum Ende der Frühjahrsbeweidung müssen die Landesforsten nun umplanen. „Wir wollen uns auf Führungen zur Archäologie und Heidefauna konzentrieren“, sagte Städing. „Die Vorträge können dann ein wenig intensiver ausfallen.“

Im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur am Donnerstagabend kritisierte CDU-Ratsherr Jens-Peter Hennken, dass an beiden Großsteingräbern in Kleinenkneten abgeknickte Baumkronen über den Grabanlagen hängen und Besucher gefährden könnten. Nach Angaben von Bürgermeister Jens Kuraschinski ist dafür die Landesforst zuständig. Städing teilte auf Anfrage mit, dass der Revierförster das Thema im Blick hat. „Er hat sich vergangene Woche die Situation angeschaut und wird in den nächsten Monaten die Baumschäden beseitigen – in Zusammenhang mit ebenfalls geplanten Entkusselungsarbeiten auf der Pestruper Heide“, so Städing. Die personelle Situation sei derzeit ziemlich angespannt, sodass man noch nicht genau wisse, „wann die Kleinenknetener Steine wieder ganz ansehnlich sein werden“.

Hennken kritisierte in diesem Zusammenhang auch überquellende Mülleimer in der Lehmkuhle und kaputte Spielgeräte am Parkplatz des Arboretums. „Der dortige Parkplatz wird oft von Geflügellastern genutzt oder steht monatelang unter Wasser“, so Hennken in der Diskussion über städtebauliche Entwicklungskonzepte. „Wenn wir die Stadt aufhübschen wollen, dann sollten wir nicht immer mehr Projekte dazunehmen, sondern uns um das kümmern, was wir bereits haben und derzeit nicht genügend pflegen“, sagte Hennken mit Blick auf eine Aufwertung der Wallanlagen und des Hunteufers. 

dr

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