Aber der Rechnungsprüfer hat den Überblick über die Gilde-Mitglieder

Den neuen Schaffer kennt Mahlstede auch noch nicht

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Rechnungsführer Stefan Mahlstede mit dem ersten Gilde-Verzeichnis, das im Jahr 1991 per EDV erstellt wurde. Damals hatte die Gilde 2155 Mitglieder. In diesem Jahr erhalten neue Gilde-Rekruten ein Starterkit mit Papagoy und Schützenorgel.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wer wird der neue Schaffer der Wildeshauser Schützengilde? Vor ein paar Jahren wusste Stefan Mahlstede genau Bescheid, gehörte er doch zu den Fähnrichen, die nach einem geeigneten Kandidaten suchen. Seit einem Jahr ist Mahlstede Leutnant und seit wenigen Monaten Rechnungsführer. In dieser Funktion filtert er aus allen Gildemitgliedern potenzielle Anwärter für das Schafferamt heraus und gibt diese Liste dem jüngsten Fähnrich.

Der Nachwuchs für das Offizierskorps sollte nach Möglichkeit nicht älter als 40 Jahre sein. Verheiratet sein muss er sowieso – und in die Gemeinschaft passen. „Da es in der Zukunft eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fähnrichen und bei den Offizieren gibt, sollte die Chemie schon stimmen“, sagt Mahlstede.

Sieben Jahre ist es her, dass der damalige Hauptmann der Wache, Andreas Tangemann, Britta und Stefan Mahlstede fragte, ob sie mit der Wahl zum Schafferpaar einverstanden seien. „Danach hat sich viel verändert“, so der Firmenkundenbetreuer der OLB in Wildeshausen. Sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben würde ein Gilde-Repräsentant ganz anders wahrgenommen. „Die Entscheidung, Schaffer zu werden, war hundertprozentig richtig“, sagt Mahlstede. Er habe die Kameradschaft in guten und in schlechten Zeiten gespürt.

Als gelernter Banker ließ sich der Leutnant nun in einer weiteren Funktion in die Pflicht nehmen: Er trat die Nachfolge von Günter Vorberger als Rechnungsprüfer an. Letztgenannter ist zum Adjutanten des Generals aufgerückt und wird somit am Freitag vor Pfingsten ein letztes Mal zusammen mit Mahlstede die Kassencontainer vor dem Gildefestzelt bestücken.

„Wir sitzen oft zusammen“, berichtet Mahlstede. Seit einige Wochen gehen die Erinnerungen raus, wenn Mitgliedsbeiträge noch nicht gezahlt wurden. Gleichzeitig liegen schon die ersten Neuanträge für eine Mitgliedschaft vor. Die Gilde zählt aktuell 3822 Mitglieder. So viele waren es im über 600-jährigen Bestehen der Bürgergemeinschaft noch nie. „Mit Geld habe ich nichts zu tun“, sagt Mahlstede, der demnächst zusammen mit Vorberger die ersten neuen Ausweise druckt. Wer in die Gilde eintritt, bekommt in diesem Jahr erstmalig ein Starterkit, in dem sich eine Wildeshauser Schützenorgel, ein Statutenheft und ein Papagoy mit Rathaus befinden. Wie viele es dieses Jahr werden, das steht erst am Pfingstdienstag fest. „Aber es ist total angesagt, in der Gilde zu sein“, freut sich Mahlstede.

Der Zusammenhalt zwischen den Fähnrichen und Offizieren zeigt sich am Freitag auch im Kassencontainer. Vorberger und Mahlstede werden dort die Computer einstöpseln. Und Fähnrich Gerald Kreienborg hat schon versprochen, ebenfalls zur Hand zu gehen. „Der ist absolut mit Herzblut dabei“, sagt Stefan Mahlstede. „Es geht eben nur, wenn sich alle einbringen.“

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