Abbau der Weihnachtsbeleuchtung/Katholische Kirche lässt Krippe noch stehen

In Wildeshausen ist der Glanz erloschen

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Am Mittwoch, dem Dreikönigstag, entfernten Arbeiter die Lichterketten in der Wildeshauser Innenstadt.

Wildeshausen - Von Jan Schmidt. Weihnachten ist vorbei, und mit dem Dreikönigstag sind am Mittwoch auch die Lichterketten in Wildeshausen erloschen. „Das hat bei uns Tradition: Am 6. Januar nehmen wir die Beleuchtung ab“, berichtete gestern Andreas Hauth vom Handels- und Gewerbeverein (HGV). Am Wochenende sollen dann auch die Tannen in der Innenstadt weichen. Allerdings könnte es hier zu leichten Komplikationen kommen.

„Der Frost macht uns derzeit noch ein bisschen Sorgen“, erläuterte Hauth. Möglicherweise sei das Wasser, das unten am Stamm in die Köcher fließe, gefroren. „Dann wird es schwierig, die Bäume freizubekommen.“

Um die Belästigung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, wende man schon seit Jahren ein Hau-Ruck-Verfahren an. Der HGV wartet mit der Aktion bis zum Wochenende, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. „Für das Entfernen der Bäume brauchen wir durchaus etwas größeres Gerät. Die Erfahrung hat gezeigt, dass wir in den Abendstunden recht freie Bahn haben“, so Hauth. Laut Wettervorhersage stünden für die nächsten Tage wieder mildere Temperaturen an. „Vielleicht haben wir ja Glück – ansonsten bitten wir um Verständnis.“

Wie der HGV-Sprecher weiter berichtete, gibt es jährlich vereinzelt Anfragen, ob die Weihnachtsbeleuchtung nicht schon etwas früher abgebaut werden könne. Anregungen, die Lichterketten sogar bis Anfang Februar brennen zu lassen, habe er noch nicht erhalten. „Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Katholiken hier in der Unterzahl sind“, vermutete Hauth mit einem Augenzwinkern.

Zum Hintergrund: Am 2. Februar wird in der katholischen Kirche die Darstellung des Herrn – volkstümlich „Mariä Lichtmess“ – gefeiert. Dieses Datum galt früher als Ende der Weihnachtszeit. Noch heute bleiben in vielen katholischen Kirchen und Häusern Krippe und Weihnachtsbaum bis zum 2. Februar stehen. „Mittlerweile hat sich das Ende der Weihnachtszeit aber offiziell ein bisschen nach vorne verschoben“, erläuterte gestern Ludger Brock, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St.Peter. Als Abschluss gelte demnach der Sonntag nach Sternsinger: Laut dem kirchlichen Festjahr wird dann auch die „Taufe des Herrn“ gefeiert – in Erinnerung an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. „Nichtsdestotrotz lassen wir den Weihnachtsbaum und unsere Krippe noch ein paar Wochen länger stehen. Gerade jetzt sind ja noch viele Krippenbesichtigungen geplant“, so Brock.

In den privaten Haushalten dürften die meisten Christbäume schon entsorgt worden sein. Auch die Weihnachtsbeleuchtung in den Vorgärten ist mehrheitlich bereits verschwunden. Selbst Volker Sternberg, der in Sachen Lichterketten immer besonders groß auffährt, machte sich gestern Abend an den Abbau seiner Schmückungen. „Für die Kinder ist das zur Weihnachtszeit immer super – aber irgendwann ist es dann auch genug“, meinte er schmunzelnd.

Während der Feiertage kämen viele Jungen und Mädchen aus der Nachbarschaft vorbei, um sich die Beleuchtung im amerikanischen Stil aus der Nähe anzuschauen. „Für Begeisterung sorgte dieses Mal zum Beispiel ein Weihnachtsmann, der von einem Gebläse angetrieben in den und aus dem Schornstein klettert“, so Sternberg. Die Zeit bis zum nächsten Weihnachtsfest verbringt die kleine Figur nun sicher verstaut in einer Kiste. „Ich freu mich schon auf nächstes Jahr“, betonte der Wildeshauser. Auch dann gelte für ihn wieder das Motto: Schön, aber nicht zu kitschig.

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