Omikron: Landkreis Oldenburg im Notfallmodus

Dramatisch: 99 Infektionen an einem Tag

Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt im Landkreis Oldenburg für hohe Fallzahlen.
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Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt im Landkreis Oldenburg für hohe Fallzahlen.

Wildeshausen – Die Zahlen sind dramatisch: Im Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg wurden nach Auskunft des ärztlichen Leiters, Dr. Leonhard Hamschmidt, bis Donnerstag um 16.30 Uhr allein an diesem Tag 99 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Der Landkreis schaltet deshalb in den Notfallmodus um.

„Ich bin sicher, wir knacken heute noch die 100“, so Hamschmidt am Nachmittag auf Nachfrage. Aus diesem Grund beschreiten die Gesundheitsämter des Landkreises Oldenburg sowie der Stadt Oldenburg ab sofort einen neuen Weg, um der steigenden Zahl von Corona-Fällen, insbesondere mit der Omikron-Variante, gerecht zu werden und die Kontaktpersonennachverfolgung tagesaktuell abarbeiten zu können. „Wir befinden uns in Notfallmodus“, betont Hamschmidt.

Quarantäneregelungen nur noch für Infizierte

In der Region wird ab jetzt für alle ungeimpften Kontaktpersonen eine Quarantäne von zehn Tagen ohne Freitestungsmöglichkeit angeordnet. Geimpfte oder geboosterte Kontaktpersonen ohne Symptome müssen nicht in Quarantäne. Alle positiv getesteten Personen (auch Omikron-Positive) werden für 14 Tage abgesondert. Sie können sich nur freitesten lassen, wenn sie keine typischen Symptome zeigen. Das ist frühestens nach fünf Tagen, also am sechsten Tag, durch einen PCR-Test möglich. Zudem setzen die Gesundheitsämter auf ein verschärftes Management bei Omikron-Ausbrüchen in Heimen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen.

„Wir müssen uns bei unklarer Datenlage der Varianten bei der Nachverfolgung nun mehr fokussieren, um einen wirklichen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten“, sagt Dr. Holger Petermann, Leiter des Oldenburger Gesundheitsamtes. „Wir setzen mit unseren Regelungen auf eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.“

Kontaktnachverfolgung kaum noch möglich

Derzeit kämpfen mehrere Gesundheitsämter in der Region damit, dass sie die Menschen, die als Kontaktpersonen in Frage kommen, nicht ans Telefon bekommen. Auch wird in der Regel die Sequenzierung auf Varianten mit vielen Tagen Verzug durch die Labore gemeldet, sodass im Anschluss an eine erste Kontaktnachverfolgung aktuell eine weitere anschließt. Daher passen die Gesundheitsämter die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zur Kontaktpersonennachverfolgung an die aktuelle Lage an.

Durch die insgesamt steigenden Zahlen will man sich nun auch bei der Kontaktpersonennachverfolgung aufs Wesentliche konzentrieren. „Hierbei ist uns klar, dass uns durch die Nichtbeachtung von Geboosterten und zweifach Geimpften möglicherweise Positive durch die Lappen gehen. Jedoch ist diese Konzentration auf das Wesentliche notwendig, damit wenigstens die Personen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einer Übertragung (Infizierte, Ungeimpfte) abgearbeitet werden können“, sagt Hamschmidt.

Die Gesundheitsämter sind neben dieser Aufgabe zunehmend durch Anfragen von Bürgern zu Corona allgemein, zur Boosterung/Drittimpfung, zur Freitestung, zur Einreise, zu Warnstufen, zu Veranstaltungen und so weiter belastet, die allesamt bewältigt werden müssen.

Die offiziell vom Landkreis am Donnerstag herausgegebene Statistik, die nur die Fälle bis 12 Uhr erfasst, meldet 54 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Danach gibt es im Landkreis Oldenburg derzeit 97 Fälle mit nachgewiesener Omikron-Infektion, von denen noch 93 Fälle aktuell als infiziert gelten.

Die Zahlen dürften aber schon weit darüber liegen, weil nur fünf bis zehn Prozent der Tests auf das Omikron-Virus sequenziert werden. „Ich gehe aber davon aus, dass sich der Omikron-Anteil an 50 Prozent angenähert hat“, so Hamschmidt in einem Brief von Donnerstagvormittag an seine Kollegen in den Gesundheitsämtern der Region.

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