Nach massiver Elternkritik:

Wildeshauser Stadtverwaltung schlägt runden Tisch vor

Ortstermin am Wall in Höhe Bahnhofstraße: Hier könnte es schnell Unfälle geben.
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Ortstermin am Wall in Höhe Bahnhofstraße: Hier könnte es schnell Unfälle geben.

Wildeshausen – Die Stadtverwaltung nimmt nach eigenen Aussagen die verschiedenen Anregungen der Elternvertreter der St.-Peter-Schule zum Anlass, einen runden Tisch einzuberufen. Ziel dieser Runde soll es sein, die Vorschläge genauer zu beleuchten und zu diskutieren.

„Verwaltungsseitig war pandemiebedingt eine frühzeitigere Beteiligung nicht möglich“, heißt es aus dem Stadthaus. „Bei dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Schulweg über den unteren Wall sollen schon bald vorbereitetende Arbeiten zur weiteren Befestigung und Beleuchtung ausgeführt werden.“

Artikel vom 21. Juli: Die Schüler der St.-Peter-Schule müssen sich ab September an einen neuen Weg zu ihrer Schule gewöhnen. Dieser liegt dann an der viel befahrenen Heemstraße in der Liegenschaft der ehemaligen Hunteschule. Einigen Eltern schwant allerdings schon jetzt nichts Gutes, wenn sie daran denken.

Mehrmals haben sie sich die Verkehrsituation vor Ort angesehen (wir berichteten) und sind der Ansicht: „Es gibt bislang kein gutes Konzept für den Schulweg.“

Am Dienstagabend trafen sich die Elternvertreter um Christian Herzog erneut an der Heemstraße. Sie hatten kurzfristig alle Ratsmitglieder und die Stadtverwaltung eingeladen. Kommen konnten oder wollten allerdings nur Politiker der CDW und der SPD, Piraten-Ratsherr Uwe Bock und Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos), die sich die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Wege ansahen und einige Bedenken äußerten.

„Der Planer hat schon in den Fachausschusssitzungen gesagt, dass es eine richtig gute Verkehrssituation hier nicht geben wird“, erklärte Stephan Rollié. Und Jens-Peter Hennken (CDW) bekräftigte: „Dieser Standort ist für eine Grundschule ungeeignet.“

Das wollten nicht alle so unterschreiben, deutlich wurde aber, dass zumindest der sichere Weg zur Schule ein Problem darstellen dürfte. „90 Prozent der Schüler werden über die Heemstraße hierher kommen wollen“, sagte Herzog. Alle anderen Wege, die von der Stadtverwaltung vorgeschlagen würden, seien wenig praktikabel. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Kinder über die Westerstraße oder die Neue Straße fahren würden, auf denen es nicht mal einen gesonderten Geh- und Radweg gebe. „Die Grundschulkinder fahren neben den Autos und Lastwagen auf der Straße entlang von diversen Parkplätzen“, kritisierte Herzog, der von Beruf Polizist ist. Von daher sei es zweckmäßig, die Heemstraße zu einer Fahrradzone auszubauen.

Schlechte Beleuchtung, starke Steigungen

Problematisch, so zeigte es sich bei der Ortsbegehung auch, ist der Weg über den Wall. Nicht nur, dass es dort bislang an ausreichender Beleuchtung fehlt, die Wege sind einfach nicht gut ausgebaut, haben starke Steigungen und führen beispielsweise unmittelbar auf die Bahnhofstraße.

„Das ist sehr gefährlich“, fand Hennken. Gar nicht praktikabel war nach Ansicht von Woldemar Schilberg und Ulrich Becker (beide SPD), ein Weg, der sich neben der Sporthalle befindet und von hinten über den Wall zur Schule führen soll. Er ist schmal, unbefestigt, ohne Beleuchtung und führt an beschädigten Zäunen entlang. Weil er auch noch deutlich länger ist als nötig, würde sich Schilberg wünschen, das ein Zaunelement zum Schulhof entfernt wird, um einen schnelleren Zugang zu ermöglichen.

„Und was ist, wenn es in Strömen regnet?“, wurde gefragt. „Ich werde mein Kind dann von der Wiekau aus mit dem Auto bringen“, so eine Mutter. Zustimmendes Nicken von vielen – und es ist zu erahnen, dass vor Schulbeginn nicht nur mehrere Busse, sondern zahlreiche Autos in Nähe der Schule halten werden. „Wahrscheinlich wird es erst eine Veränderung geben, wenn hier etwas Schlimmes passiert ist“, befürchtete Bernhard Block (CDW), denn kurz vor acht Uhr dürften sich nicht nur mehrere Hundert Jungen und Mädchen zur Schule bewegen. Hennken hat vor wenigen Monaten in der halben Stunde vor acht Uhr 760 Autos und 16 Busse gezählt. „Das ist Hauptverkehrzeit“, so seine Einschätzung. „Seit zwei Jahren fordern wir ein Verkehrskonzept. Doch es ist nichts geschehen.“ Die Stadtverwaltung hat signalisiert, dass sie sich in der nächsten Woche bei Elternvertreter Herzog melden will. Dann allerdings sind bereits Schulferien.  

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