6 000 Paar Schuhe sollen noch den Besitzer wechseln

„Piening“ schließt sein Geschäft an der Westerstraße bis zum Ende des Jahres

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Das Haus, in dem „Piening“ ansässig ist, wird derzeit saniert. Der Schuhhändler zieht jedoch bald aus. 

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. 23 Jahre lang war das Schuhhaus Piening an der Ecke Westerstraße/Neue Straße in Wildeshausen eine gute Adresse für Markenschuhe. Doch zum Ende des Jahres wird Peter Piening zum letzten Mal die Tür schließen. Drei Angestellte verlieren ihren Job, ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Die Zeiten für den inhabergeführten Einzelhandel sind in der Wildeshauser Innenstadt in den vergangenen 20 Jahren deutlich schlechter geworden, meint Piening. Rund um sein Schuhgeschäft hätte es vor Jahren noch Läden wie Benetton, das Jeans-Center und Trendline gegeben. „Sehen Sie heute mal im Dezember abends von hier nach draußen“, sagt er mit Blick durch das Schaufenster. „Kein Licht in irgendwelchen attraktiven Geschäften.“ Damit beklagt Piening die Leerstände am Westertor und fehlenden Einzelhandel. Von daher könne man den Standort seines Betriebes auch nicht als 1-a-Lage bezeichnen. „Das ist noch eher in Richtung Marktplatz der Fall.“

Piening hat zwei Schuhgeschäfte. Den Laden in Twist-ringen wird er weiterführen. Der Mietvertrag für die Fläche in Wildeshausen läuft aus. Da sich seine erwachsenen Kinder beruflich anders orientiert haben, gibt es keinen Nachfolger aus der Familie. Somit hat sich der 60-Jährige entschieden, mit seiner Frau Lydia nur noch das Stammhaus zu betreiben.

Wildeshausen nicht attraktiv genug

Wie es in der Wildeshauser Immobilie weitergeht, ist unklar. Piening hatte Kollegen angesprochen, ob sie Interesse an einer Fortführung des Schuhgeschäftes haben. Manch einer hatte sich vor Ort umgesehen, dann aber festgestellt, dass Wildeshausen nicht attraktiv genug ist. „Für ein Schuhgeschäft wie Deichmann fehlt es zudem an Parkplätzen“, weiß Piening. Es sei ganz entscheidend, dass der Kunde direkt am Laden einen Stellplatz finde, um einzukaufen.

Das Haus, in dem der Schuhladen noch bis Ende des Jahres ansässig ist, wird gerade komplett saniert. Davon erhofft sich der Händler aber auch keine Aufwertung mehr, die dem Geschäft zugute kommen wird. „Ich habe bis Sommer überlegt, ob ich weitermache und dann beschlossen, dass Schluss ist.“

Die Regale sind auch im Schlussverkauf noch gut gefüllt. 6 000 Paar Schuhe sollen bis zum Ende den Besitzer wechseln. „Wir haben hier die aktuelle Herbstkollektion“, sagt Piening. „Es wird aber nichts mehr nachgeordert. Ich kann schließlich nicht noch einkaufen und dann hohe Prozentnachlässe darauf geben.“ Wenn die Regale vor Ende Dezember leer seien, könnte auch schon eher Schluss sein. Ein Verlust für die Innenstadt ist die Geschäftsschließung allemal.

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