Aus dem Gericht

1,37 Kilo Marihuana weiterverkauft - und verurteilt

Begehrte Ware: Marihuana.
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Begehrte Ware: Marihuana.

Wildeshausen – Ein 24-jähriger Mann aus Goldenstedt ist am Montag vom Schöffengericht des Wildeshauser Amtsgerichtes wegen zweimaligen Handels mit nicht geringen Drogenmengen sowie 14 maligen Handels mit geringen Mengen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten – drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt – verurteilt worden.

Der Fall vor dem Schöffengericht in Wildeshausen gehört zu einer deutlich umfangreicheren Ermittlung von Drogengeschäften, die sich um einen stadtbekannten Dealer dreht, der in den vergangenen Jahren kiloweise Marihuana und Kokain verkauft hat und sich laut Staatsanwaltschaft in Oldenburg wegen einer Vielzahl von Fällen vor Gericht zu verantworten hat, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind. Derzeit werden Konsumenten und gewerbsmäßige Händler angeklagt, die durch die Telefonüberwachung des Drogendealers aufgefallen waren.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 24-Jährigen aus Goldenstedt zunächst 21 Straftaten vorgeworfen. Neben dem gewerbsmäßigen Handel mit mindestens 1,7 Kilogramm in 20 Fällen wurde der Mann auch noch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt, weil er in seiner Wohnung einen Schlagring im Adventskranz versteckt haben soll.

Angeklagter gab den größten Teil der ermittelten Käufe zu

Der Goldenstedter zeigte sich kooperativ. Er gab den Besitz der Waffe ebenso zu wie den 16 maligen Ankauf und Verkauf der Drogen. Dazu gehörte auch der Erwerb von zweimal jeweils 250 Gramm Marihuana im jeweiligen Wert von 1 200 Euro. Den Kauf von 500 Gramm Marihuana am 27. September 2017 wollte der Mann in der Höhe nicht bestätigen. Die Abhörprotokolle der Polizei beweisen zwar einen Kauf, nicht aber die Menge.

Immerhin hatte der junge Mann – damals gerade 20 Jahre alt – in wenigen Monaten große Mengen an Drogen erworben und das meiste davon nach eigenen Angaben an einen Klassenkameraden in Oldenburg weiterverkauft. Kleinere Einheiten hatte er selbst konsumiert. „Bis zu drei Gramm am Tag“, antwortete er auf die Frage des Richters.

„Wir wollen das hier mit Anstand beenden“, erklärte der Verteidiger. „Mein Mandant hat daraus gelernt und möchte eine ambulante Therapie antreten.“ Das bestätigte der junge Mann, der in einer langjährigen festen Beziehung lebt, mittlerweile eine unbefristete Arbeitsstelle hat und seinen Angaben zufolge bis auf einen Rückfall nichts mehr konsumiert hat. „Ich möchte da raus und ein normales Leben mit meiner Familie führen“, erklärte er.

Richter verurteilt Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten

Der Staatsanwalt freute sich über die ehrliche Reue des Angeklagten, nahm zudem eine recht geringe Wirkstoffmenge von fünf Prozent beim Marihuana an und setzte die Geldsumme, die aus dem Verkaufserlös für die Drogen errechnet wird, auf 12.000 Euro an – 8.000 Euro unter der zunächst angeklagten Summe. Zudem beantragte er eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten auf Bewährung sowie eine Drogentherapie.

Doch es lief für den Goldenstedter nach der Beratung des Schöffengerichtes noch besser: Der Richter verurteilte ihn „nur“ zu 18 Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung, weil er durch sein Geständnis für ein erheblich beschleunigtes Verfahren gesorgt hatte. Er rechnete zudem die Gewinnsumme aus dem Verkauf der Drogen noch herunter und zog 100 Gramm für den Eigenbedarf des Konsumenten ab.

Unter dem Strich standen dann nur noch 1, 375 Kilo mit einem Grammpreis von sieben Euro. Somit hat der Verurteilte 9.625 Euro und die Kosten des Verfahrens zu bezahlen sowie eine ambulante Drogentherapie anzutreten. Der Schlagring bleibt konfisziert. Eine Strafe gab es für den Besitz nicht. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.  

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