Vier Gymnasiastinnen entwickeln Konzept für Chapeau-Claque-Verleih zu Pfingsten

30 Zylinder und eine Geschäftsidee

Setzen auf das Geschäft mit Leih-Zylindern: Alina Dressel (18) aus Harpstedt, Leonie Debbeler (18) aus Düngstrup, Clara Meyer-Nicolaus (18) aus Wildeshausen und Thineke Luitjens (18, von links) aus Dötlingen. 
Foto: bor
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Setzen auf das Geschäft mit Leih-Zylindern: Alina Dressel (18) aus Harpstedt, Leonie Debbeler (18) aus Düngstrup, Clara Meyer-Nicolaus (18) aus Wildeshausen und Thineke Luitjens (18, von links) aus Dötlingen. Foto: bor

Wildeshausen – Ganz schön geschäftstüchtig: Vier Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums in Wildeshausen haben ein Konzept für einen Internetshop entwickelt, in dem sich Gildebrüder Zylinder für das Pfingstfest ausleihen können, sodass sie keine eigenen Hüte anschaffen müssen. Die Idee ist einfach: Ein neuer Chapeau Claque kostet schon mal 500 Euro. Auf der Internetseite www.pfingsthelm.de soll man die wertvollen Kopfbedeckungen stattdessen für zehn bis 20 Euro nur für die Pfingstwoche mieten können.

Die Idee für das Geschäft stammt von Lehrer Ralf Röhl, der als Grundstock seine eigene Chapeau-Claque-Sammlung mit 30 Zylindern zur Verfügung stellen würde. Mehrere Schülergruppen sollten Konzepte für den Internetshop entwerfen, und von „rent your Pfingsthelm“ bis zu „Ralf’s Zylinderbude“ ist einiges zusammengekommen. Am Donnerstag präsentieren die „Pfingsthelm“-Geschäftsfrauen ihr Ergebnis, für das sie von Lehrer Röhl viel Lob und mit 15 Punkten die bestmögliche Note bekamen.

Insgesamt haben fünf Gruppen die gleiche Aufgabe erhalten, aber das „Pfingsthelm“-Quartett hat sie mit Bravour umgesetzt. Es handelt sich um Alina Dressel (18) aus Harpstedt, Leonie Debbeler (18) aus Düngstrup, Clara Meyer-Nicolaus (18) aus Wildeshausen und Thineke Luitjens (18) aus Dötlingen.

Bis jetzt ist das Ganze zwar durchdacht, aber noch ein Gedankenspiel. Möchten die jungen Frauen ihren Shop nächstes Jahr wirklich an den Start bringen? „Ja“, sagt Clara Meyer-Nicolaus. „Gerade, weil wir da zwei Monate Arbeit reingesteckt haben.“ Aufwand, der bei der Gestaltung der Internetseite und der Marktforschung (Umfrage mit mehr als 150 Teilnehmern) sowie auch in der Gestaltung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen deutlich wird. Dort haben die vier Gymnasiastinnen nicht nur die Kaution (100 Euro) und Rabatte für Schüler sowie Studenten geregelt. Es gibt auch einige spezielle Vorschriften. „In den AGB ist geregelt, dass man nicht aus den Zylindern trinken darf“, sieht auch Röhl, dass seine Schülerinnen viele Details bedacht haben.

Der Lehrer hofft, „dass diese vier pfingstbegeisterten jungen Frauen nächstes Jahr den Elan haben, um die Geschäftsidee umzusetzen“. Davon würde direkt das Berufliche Gymnasium profitieren, denn die erzielten Umsätze sollen dem Förderverein zugute kommen. Mit Projekten wie diesen möchte Röhl seinen Schülern vermitteln, wie es sich anfühlt, ein Unternehmen, neudeutsch ein Start-up, zu gründen. „Das Land braucht Erfinder“, spricht er von „Entrepreneurship“.

„Man würde damit schon Geld verdienen, auch wenn es eher ein Nebenerwerb wäre“, hat Leonie Debbeler schon mal durchgerechnet, ob sich der Aufwand auch lohnen würde. Bis dahin werden die Schüler noch in Noten „bezahlt“.

Projekt meistenteils zu Hause umgesetzt

Dass die Idee mit dem Zylinder-Verleih überhaupt zu einem Projekt wurde, haben die Gymnasiasten Corona zu verdanken. Die üblichen Projekte wie die „Ausbildungsreise“ waren nämlich plötzlich gestrichen, sodass eine neue Aufgabe her musste. Und die galt es dann sogar, größtenteils zu Hause umzusetzen, denn erst fiel die Schule für mehrere Wochen aus und lief auch danach erst langsam wieder an.

Von Ove Bornholt

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