29-Jährigen zu Freiheitsstrafe verurteilt

Handy-Handel im Internet fliegt auf

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Vier Mobiltelefone bot ein 29-jähriger Wildeshauser innerhalb von vier Monaten im Internet zum Kauf an. Er besaß keines der Geräte, ließ sich jedoch das Geld überweisen – und flog damit auf. Gestern verurteilte ihn die Richterin am Amtsgericht deshalb zu zehn Monaten Freiheitsstrafe, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Während der gewerbsmäßige Handel weder von Verteidigung, Staatsanwaltschaft oder Richterin in Frage gestellt wurde, waren die Beteiligten uneinig, ob für den 29-Jährigen eine günstige Sozialprognose gestellt werden kann.

Angesichts der Einträge ins Zentralregister sah die Staatsanwältin wenig Grund zur Hoffnung. Der Wildeshauser war bereits wegen Diebstahls vom Amtsgericht Bremen, schweren Raubes in zwei Fällen vom Landgericht in Bremen und Betruges vom Amtsgericht Wildeshausen verurteilt worden. Wenige Tage später bot er dann das erste Mobiltelefon im Internet an und verstieß somit gegen die Bewährungsauflagen. Weil der Mann zudem den Kontakt zum Bewährungshelfer vernachlässigt hatte, musste er am 27. Juli 2015 in Haft, befindet sich aber bereits in offenem Vollzug bis zum September 2017. Demnächst kann er eine Ausbildung zum Koch in Bremen beginnen.

Der ehemalige Rettungssanitäter gab vor Gericht alle Straftaten zu. Er habe sich in einer finanziellen Notsituation befunden, weil ihn seine Freundin verlassen und die Wohnung leer geräumt habe. Weil er schnell Geld brauchte, bot er die Mobiltelefone an und kassierte das Geld. „Das war eine große Dummheit“, gab er sich gestern einsichtig. Ihm sei in der Haft klar geworden, welchen Schaden er sich, den Betrogenen und seiner Familie zugefügt habe. Nun wolle er auf den richtigen Weg kommen. So habe er nun Kontakt zur Schuldnerhilfe, um seine Verbindlichkeiten in Höhe von 19000 Euro zu regeln, er befinde sich in Therapie und wolle die Ausbildung beginnen.

Die Staatsanwältin zeigte sich wenig überzeugt. Sie sprach von einer „schnellen Rückfallgeschwindigkeit“, obwohl der Angeklagte unter Bewährung gestanden habe. Angesichts der fehlenden günstigen Sozialprognose plädierte sie für eine Gesamtstrafe von neun Monaten ohne Bewährung. Die Verteidigerin sprach hingegen von einem Bewusstseinswandel ihres Mandanten nach Antritt der Haftstrafe. „Er hat sich dort ausgezeichnet. So schnell kommt man eigentlich nicht in den offenen Vollzug und zu einer Ausbildung außerhalb des Gefängnisses.“

Die Richterin sah eine Chance, dass der Wildeshauser nun einen neuen Lebensweg einschlagen wird. Deshalb setzte sie die Strafe zur Bewährung aus, möchte jedoch alle drei Monate eine Nachricht bekommen, ob die Bemühungen der Schuldnerhilfe vorangehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft eine Prüfung angekündigt hat.

dr

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