26-Jähriger wegen Beleidigung verurteilt

„Polizeischlampe“ kostet 1500 Euro

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Zum Abschied schleuderte er den Polizistinnen auf dem Parkplatz der Fun Factory in Wildeshausen noch „Polizeischlampe“ hinterher. Das kommt einem 26-jährigen Bremer nun teuer zu stehen. Eine Richterin am Amtsgericht Wildeshausen verurteilte ihn am Mittwoch wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 1500 Euro (50 Tagessätze à 30 Euro).

Der junge Mann, der mittlerweile nicht mehr in Bremen, sondern im Landkreis Cuxhaven nördlich von Bremerhaven wohnt, hatte laut Richterin versucht, Polizisten zu treten und diese mit der eingangs erwähnten sowie noch anderen Beleidigungen eingedeckt. Dazu war es gekommen, nachdem er – vermutlich stark betrunken – am Abend des 18. Januar dieses Jahres mit Freunden aus der Discothek geflogen war, das Gelände aber nicht verlassen wollte.

Die Stimmung war so aufgeheizt, dass das Sicherheitspersonal der Fun Factory vorsorglich die Polizei gerufen hatte, die schnell mit drei Beamten vor Ort war – in einem Wagen saß ein Praktikant. Da der 26-Jährige dem Hausverbot nicht Folge leisten wollte und sich trotz Platzverweis durch die Polizei an einem Absperrgitter festhielt, wendeten die Beamten Gewalt an, um ihn davon zu lösen.

Als er am Boden lag, trat er gezielt um sich, woraufhin eine Beamtin den 26-Jährigen mit Pfefferspray ruhig stellte. Darauf reagierte die Gruppe um den Bremer aggressiv – die Beamten hatten alle Hände voll zu tun, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Der Angeklagte stieß zum Abschied noch die Beleidigungen aus, die ihn finanziell belasten werden. Als Lagerist verdient er rund 900 bis 1000 Euro im Monat.

Dabei war er vor Gericht einsichtig. Zwar könne sich sein Mandant nicht im Detail erinnern, aber er bestreite den Tatvorwurf nicht, argumentierte sein Verteidiger. Im Bestreben, die Strafe zu mildern, erinnerte der Anwalt an die verminderte Schuldfähigkeit. Der Bremer sei stark betrunken gewesen und überhaupt nicht vorbestraft. Wenn die Polizisten ihn ein paar Minuten an dem Absperrgitter hätten stehen lassen, hätte sich die Lage beruhigt, meinte der Verteidiger, der eine Verwarnung als Strafe vorschlug. Sein Mandant entschuldigte sich abschließend für die Tat: „Es tut mir leid. Ich werde so etwas auf keinen Fall wiederholen.“

Doch es half nichts. „Sie haben nachgetreten“, hielt die Richterin dem Angeklagten seine Beschimpfungen vor. „Das Spray rechtfertigt das nicht.“ Zudem habe die Polizei den Platzverweis vollstrecken müssen. Zu glauben, Abwarten hätte geholfen, sei blauäugig. Binnen einer Woche kann der Angeklagte in Berufung gehen.

bor

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