Landkreis will Gesundheitsregion mit Budget für Kleinprojekte ausstatten

25.000 Euro, um Ehrenamtliche bei der Stange zu halten

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. 25 000 Euro sollen helfen, um Ehrenamtliche bei der Stange zu halten, die sich an Arbeitsgruppen der Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg beteiligen. Dort werden unter anderem Kleinprojekte wie „Kochen der Landfrauen mit Senioren“ entwickelt, für die es zuletzt schwierig war, Fördergeld zu gewinnen. Die 25 000 Euro sollen Abhilfe schaffen. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss votierte am Dienstagabend einstimmig dafür, dass der Landkreis das Geld bereitstellt. Der nicht öffentlich tagende Kreistag hat am 26. September das letzte Wort. Mit Widerstand ist gleichwohl nicht zu rechnen.

Der Leiter des Kreis-Gesundheitsamts, Jürgen Ohlhoff, sprach während der Sitzung im Kreishaus davon, dass sich „eine gewisse Frustration“ breitgemacht habe. Denn was für Ideen auch immer die Arbeitsgruppen ausbrüten, das Land Niedersachsen beteiligt sich erst an der Förderung, wenn sich mehr als eine Gesundheitsregion beteiligt. Für Kleinprojekte – beim Kochen der Landfrauen mit Senioren geht es um weniger als 200 Euro – muss sich der Landkreis Sponsoren suchen. „Das ist aber generell sehr, sehr schwierig“, so Ohlhoff. Deswegen „haben wir schon eine kleine Tendenz zum Auflösen in den Arbeitsgruppen“.

Sozialamtsleiter Bodo Bode sprang seinem Kollegen bei und meinte, „der Richtlinienentwurf des Landes ist nicht geeignet, um die Gesundheitsregion langfristig voranzubringen“. Er sprach von „handwerklichen Unzulänglichkeiten“ und davon, dass das Land selbst Großprojekte mit nur 13 000 Euro pro Jahr fördere. Das sei zu wenig. Eine entsprechende Beschwerde beim Land ist geplant. „Ob die bei den derzeitigen Verwerfungen in Hannover kurzfristig Wirkung zeigt, wissen wir nicht. Es kann sein, dass sie erst mal in der Schublade verschwindet“, machte Bode sich aber wenig Hoffnungen.

Politik unterstützt Kreisverwaltung

Dafür kann er auf die Kreispolitik zählen. Quer durch alle Parteien signalisierten die Ausschussmitglieder ihre Zustimmung dafür, jährlich 25 000 Euro aus dem Kreis-Etat für die Gesundheitsregion zur Verfügung zu stellen. „Ich begrüße, dass der Landkreis in die Bresche springt“, sagte Marion Daniel (FDP/Ganderkesee), die das „große Engagement“ und die „vielen guten Ideen“ in den Arbeitsgruppen lobte.

Wolfgang Sasse (CDU/Wildeshausen) hob hervor, das Geld sei ein „deutliches Zeichen für die Ehrenamtlichkeit, die leider ja für alles Mögliche herhalten muss“. Die 25 000 Euro seien gut angelegtes Geld, wobei er hofft, dass das Land seine Förderung aufstocken wird.

Zudem beschäftigte sich der Ausschuss mit den Zuschussanträgen für die Anlauf- und Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen „Wildwasser Oldenburg“ (maximal 22 500 Euro) und des „Oldenburger Interventionsprojektes – Täterarbeit bei häuslicher Gewalt“ (7 500 Euro). Die Politik votierte einstimmig dafür, die Förderungen in beiden Fällen in vorgeschlagener Höhe fortzusetzen.

Rubriklistenbild: © dpa

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