25-Jähriger hatte Radfahrer verletzt

Fahrverbot für Landwirt vom Tisch

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Der Weg durch die gerichtlichen Instanzen hat sich für einen 25 Jahre alten Landwirt aus Wildeshausen gelohnt. Das Oldenburger Landgericht stellte am Dienstag das Verfahren gegen den Angeklagten wegen des Vorwurfes der fahrlässigen Körperverletzung gegen eine Geldauflage von 300 Euro ein. Damit hob die Berufungskammer ein früheres Urteil des Amtsgerichtes in Wildeshausen wieder auf. Dort war der 25-Jährige in einem ersten Prozess zwar nur zu einer Geldstrafe von 150 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht hatte aber zusätzlich ein einmonatiges Fahrverbot verhängt, was weitreichende Folgen gehabt hätte.

Hintergrund des Verfahrens war ein Verkehrsunfall. Der Angeklagte hatte am 30. Juli vergangenen Jahres vor seiner Hofausfahrt einen Fahrradfahrer überfahren. Er war mit seinem Auto auf die Straße gefahren, ohne auf den Radfahrer zu achten. Es kam zu einer Kollision, bei der sich der Radfahrer mehrere Rippenbrüche zuzog.

Der Cloppenburger Verteidiger Helmut Kellermann, der den Angeklagten anwaltlich vertrat, konnte gestern aber Milderungsgründe aufzeigen. Der Angeklagte habe zur Tatzeit eine schwere Last zu tragen gehabt: Den drohenden Verlust des Hofes und die schwere Erkrankung des Vaters. Außerdem habe er wegen einer hohen Mauer und eines großen Silohaufens den Radfahrer nicht sehen können.

Das Oldenburger Gericht ging dann auch von einer geringen Schuld aus und stellte das Verfahren gegen Geldauflage ein. Der 25-Jährige ist wegen Verkehrsverstößen erheblich vorbelastet. Sein Punktekonto in Flensburg ist fast voll. Wäre er wegen des Unfalls an der Hofausfahrt schuldig gesprochen worden, wäre die Punktegrenze überschritten gewesen. Dann hätte er nicht nur einen Monat auf seinen Führerschein verzichten müssen, sondern für eine längere Zeit. Zur Wiedererlangung des Scheines hätte er außerdem die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung machen müssen. Ohne Fahrerlaubnis wären auch seine Selbstständigkeit und die Versorgung des kranken Vaters gefährdet gewesen. Das ist alles nun vom Tisch.

wz

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