2000 Exemplare des Heftchens sollen landkreisweit in Arztpraxen und im Johanneum verteilt werden

Neuauflage der Plattdeutsch-Pflege-Broschüre

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Pflegeschülerin Anna-Maria Reker (r.) spielt die Kranke, während ihre Mitschülerinnen Julia Utech (l.) sowie Nadja Sandu (v. r.) und Elena Zeppik die Plattdeutsch-Broschüre ausprobieren. Alles unter den Augen von Lehrerin Dette Zingler.

Wildeshausen - Bei Fragen nach dem Hausarzt (Huusdokter), der Überweisung (Överwiesen) und Tropfen (Drüppen) können Pfleger im Johanneum oder das Personal in Arztpraxen nun auf die zweite Auflage der Plattdeutsch-Pflege-Broschüre zurückgreifen. 2000 Exemplare sollen landkreisweit in medizinischen Einrichtungen verteilt werden. Das 35-seitige Heftchen enthält hochdeutsche Begriffe und Wendungen, die im Pflegebereich zum Einsatz kommen, und deren plattdeutsche Übersetzung.

Erstellt haben es wie auch die Vorgängerversion unter anderem Hella Einemann-Gräbert und Margret Hesselmann. Die beiden Lehrerinnen an den Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen arbeiteten dafür eng mit der Beraterin für Regionen und ihre Sprachen bei der Landesschulbehörde, Maike Sönksen, zusammen.

Anders als die inzwischen vergriffene erste Auflage (1000 Exemplare) geht das neue Heftchen auch auf die Kranken- und nicht ausschließlich die Altenpflege ein. Zum Beispiel ist das eher informelle „Du“ als Anrede einem „Se“ gewichen. Laut Einemann-Gräbert hat das damit zu tun, dass in der Pflege oft engerer Kontakt zu den Menschen besteht, als in Krankenhäusern, wo die Patienten in der Regel deutlich weniger Zeit verbringen. Zudem sind nun die Zahlen von 1 bis 19 für Dosierungen und Wochentage sowie Begriffe wie Zäpfchen (Tappen), Sauerstoff (Suurstoff) und Schmerzmittel (Middel gegen Keel) enthalten.

Inzwischen hat das Deutsch-Plattdeutsch-Wörterbuch auch Nachahmer in Lüneburg gefunden. Dort ist eine sehr ähnliche Broschüre in Zusammenarbeit mit den Wildeshauser BBS erschienen. Und auch bis nach Bremerhaven hat sich das Heftchen herumgesprochen. Die dortige Privatschule für Pflege hat gleich 60 Stück erbeten. Auch in den Krankenhäusern Delmenhorst und Oldenburg sollen Exemplare verteilt werden.

Die Druckkosten haben die Oldenburgische Landschaft und der Landkreis übernommen. Die Broschüre kann auch bei Einemann-Gräbert per E-Mail an plattdeutsch-pflege@bbswildeshausen.de angefordert werden.

Unter derselben Adresse können sich Interessierte für einen Schnellkurs für alle, „die mit Menschen platt snacken möchten“ anmelden. Er geht am Dienstag, 15. März, von 19 bis 21.30 Uhr bei den BBS an der St.-Peter-Straße über die Bühne.

bor

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