20-jährige Wildeshauserin stahl regelmäßig

Letzte Bewährung vor der Haftstrafe

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Wegen mehrerer schwerer Diebstähle und Schwarzfahrten in Zügen stand am Mittwoch eine 20-jährige Wildeshauserin vor dem Jugendschöffengericht. Neben ihr stand ihre 19-jährige Freundin aus Wildeshausen, die sich an einem der Diebstähle beteiligt hatte, sonst aber unbescholten ist. Beide Heranwachsende beziehen Geld vom Job-Center, die 20-Jährige hat keine Ausbildung und ist arbeitssuchend, ihre Freundin besucht die Berufsbildenden Schulen.

Die Strafen fielen sehr unterschiedlich aus: Während die 19-Jährige sich drei Monate einer Betreuung durch den Jugendgerichtshilfe-Verein „Brücke“ unterziehen muss, verhängte die Richterin gegen die 20-Jährige eine Einheitsjugendstrafe von acht Monaten mit zweijähriger Bewährungszeit. Die Heranwachsende muss innerhalb von zwei Monaten 60 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und sich mindestens vier Monate in psychotherapeutische Behandlung begeben. „Das ist die letzte Chance“, so die Richterin angesichts der Aussage des Jugendgerichtshelfers, dass die junge Frau mit pädagogischen Mitteln nicht mehr zu erreichen sei.

Die Tat, die die beiden Frauen gemeinsam zu verantworten hatten, ereignete sich am 20. Januar in Bremen. Weil die damals 18-Jährige eine teure Markenjacke haben wollte, umwickelten die Frauen in der Umkleidekabine den Diebstahlschutz der Jacke mit Alufolie und verließen das Geschäft. Sie kamen jedoch nicht weit und wurden von Detektiven gefasst.

Zunächst gab es vier weitere Anklagepunkte gegen die 20-Jährige. Es waren diverse Fahrten mit dem Zug ohne Fahrausweis und der Diebstahl eines teuren Parfüms in Bremen. Ganz aktuell kam dann ein weiterer Strafbefehl dazu, weil die Wildeshauserin am 19. Juni in der Bremer Innenstadt Modeschmuck im Wert von 34,84 Euro gestohlen hatte.

Der Heranwachsenden wurde zudem von Zeugen bescheinigt, dass sie sich nach den Taten aggressiv und beleidigend verhalten und kein Unrechtsbewusstsein gezeigt habe. „Damit kann die Gesellschaft nicht leben“, so die Richterin. Lediglich die Tatsache, dass die 20-Jährige offenbar noch lange keine erwachsene Reife habe, führe dazu, dass nach Jugendstrafrecht geurteilt würde. „Bald sind Sie 21 Jahre alt. Dann werden die Strafen drastischer“, erklärte die Richterin, die darauf verwies, dass bereits wieder Straftaten anhängig sind. „Von diesem Tag an, dürfen Sie sich nichts mehr zuschulden kommen lassen“, lautete die deutliche Mahnung. Sonst sei die Bewährung hinfällig und es drohe nicht nur der Arrest, den es schon – offenbar ohne pädagogischen Erfolg bei der jungen Frau – gegeben habe, sondern das Gefängnis.

dr

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