Verwaltung legt den Abfallbericht 2020 für den Landkreis Oldenburg vor

152,4 Kilogramm Restmüll pro Einwohner

Blick in eine Mülltonne.
+
Nur rund ein Drittel von dem, was im Landkreis Oldenburg in der „grauen Tonne“ landet, wird letztlich auch deponiert.

Landkreis – Die Kreisverwaltung hat die Abfallbilanz für das Jahr 2020 vorgelegt. Und selbst in diesen Zahlen lassen sich Auswirkungen der Pandemie nachzeichnen. Insgesamt 20 033 Tonnen Restabfall haben die Einwohner des Landkreises Oldenburg demnach im vergangenen Jahr produziert und über die „graue Tonne“ entsorgt. Das entspricht einer Menge von 152,4 Kilogramm pro Kopf und stellt eine kleine Verringerung zum Vorjahr dar: 2019 waren es noch 154,8 Kilogramm.

Für die Abfallbilanz werden zwei große Blöcke unterschieden. Im ersten Teil werden die Abfälle aufgeführt, die vor einer Verwertung noch behandelt werden müssen. „Bei dieser Behandlung wird ein Großteil als Verwertungsabfall ausgeschleust“, heißt es in der schriftlichen Erläuterung des Zahlenwerks. Der Feinkornanteil wird einer biologischen Behandlung unterzogen. Nur der Anteil, der nach dieser biologischen Verarbeitung sowie Verrottung übrig bleibt, muss auf der Deponie im Landkreis Ammerland beseitigt werden – und das waren 8 824 Tonnen und somit 34,34 Prozent dieses Gesamtaufkommens von 25 690 Tonnen.

Im zweiten Block sind die gesammelten Wertstoffarten – wie Papier, Glas, Bauschutt aber auch Biomüll – erfasst, in 2020 in einem Umfang von 64 156 Tonnen (inklusive des nachträglich „abgetrennten“, verwertbaren Materials aus dem ersten Block). Diese Gesamtmenge ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen. Je nach Abfallart sei die Entwicklung allerdings unterschiedlich, so der Landkreis. Alles in allem ergibt das eine Gesamt-Müll-Menge von insgesamt 72 980 Tonnen (2019: 69 206). Die Verwertungsquote liegt nun bei 88 Prozent – eine Verringerung um zwei Prozent.

Weniger „wilder Müll“

Leicht gestiegen ist die Menge des angemeldeten Sperrmülls: 5 038 Tonnen und somit 38,3 Kilogramm (2019: 35,5) pro Person verzeichnet das Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft. Vergleichsweise deutlich rückläufig ist im Gegenzug die Menge, die auf „wilden Müllkippen“ in der Landschaft „entsorgt“ worden ist. Gleichwohl weist die Statistik immerhin noch 256 Tonnen aus. Das sind 1,9 Kilogramm für jeden der rund 131 500 Kreis-Einwohner. Im Jahr zuvor waren es noch 2,9 Kilogramm.

„Sieht man sich die Veränderungen genauer an, so ist bei der Sperrmüllmenge und bei der gewerblichen Anlieferung von Baustellenabfällen deutlich mehr zusammen gekommen“, beschreibt Tobias Bruns von der Abfallberatung des Landkreises das umfangreiche Zahlenwerk. Trotz der Schließung von Anlagen ist die Sperrmüllmenge um circa acht Prozent gestiegen. Die Menge an gefährlichen Abfällen aus der Sammlung (mobil und stationär) liegt bei 139 Tonnen und ist somit nur leicht um fünf Prozent gesunken. „Bei verringerter Öffnungszeit der stationären Sammlung ist dies ein guter Wert.“ Schadstoffe konnten dem Restabfall demnach erfolgreich entzogen werden. Die über die Müllumschlagstation in Neerstedt entsorgte Menge an asbesthaltigen Bauabfällen bleibe mit 381 Tonnen aber auf einem hohen Niveau. Gleichwohl: „Das Jahr 2020 ist nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar. Erkennbar ist bei manchen Abfallarten der gestiegene private Konsum in der Pandemie und die Folgen einer Schließung der Sammelstellen“, fasst Bruns zusammen.

Der Trend zu einer größeren Abfallmenge aus der Biotonne halte weiter an: 16 082 Tonnen zu 15040 Tonnen im Vorjahr. Es könnte sich dabei allerdings auch um einen Sondereffekt aus der temporären Schließung der Grünabfallsammelstellen handeln, beschreibt Bruns. Die Anzahl der ausgelieferten Biotonnen nahm im vergangenen Jahr um circa 1 000 Stück auf nun 35 846 zu.

Der Abfallbericht kann auf der Internetseite des Landkreises heruntergeladen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Exklusive Kaffeemischung: „Wilshuser Krönung“ ist auf dem Markt

Exklusive Kaffeemischung: „Wilshuser Krönung“ ist auf dem Markt

Exklusive Kaffeemischung: „Wilshuser Krönung“ ist auf dem Markt
85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt
Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz
Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Kommentare