Integration von 317 Kindern gestaltet sich schwierig

1 388 Bulgaren in Wildeshausen

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Die Integration von bulgarischen Bewohnern Wildeshausens ist schwierig.

Wildeshausen – Die Stadt Wildeshausen ist mit ihrem Antrag auf eine Förderung im Rahmen der Flüchtlings- und Integrationsarbeit beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gescheitert. Die Stadt hatte die Hoffnung, eine 30-Stunden-Stelle schaffen zu können.

Die Nichtberücksichtigung der städtischen Initiative wurde von den Mitgliedern des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie am Donnerstagabend sehr bedauert. Ausdrücklich begrüßt wurde jedoch, dass Kämmerer Thomas Eilers eine Alternative ankündigte. So stellte er in Aussicht, dass genügend Geld im Haushalte vorhanden ist, um einen externen Experten damit zu beauftragen, ein Integrationskonzept für die Stadt zu erstellen. Gleichzeitig empfahl der Ausschuss eine übergangsweise Umsetzung der in einen Workshop empfohlenen Maßnahmen im Rahmen der Möglichkeiten der Verwaltung. Dazu gehören beispielsweise Informationsveranstaltungen für neue Mitbürger oder Konfliktschlichtungen.

Nach Auskunft der Wildeshauser Integrationsfachkraft Michaela Kurwinkel gibt es in der Kreisstadt derzeit 385 Geflüchtete, die größtenteils gut integriert sind. Deutlich schwieriger ist die Situation bei den Bürgern aus EU-Ländern, die zum Arbeiten nach Wildeshausen kommen. „Von 20 769 Wildeshausern kommen derzeit 3 358 Menschen nicht aus Deutschland“, bilanzierte Kurwinkel. 

Die Zahl steigt, und das liegt vornehmlich am Zuzug von Bulgaren. Während zum Stichtag 31. Januar dieses Jahr 1 388 Bulgaren in der Stadt angemeldet waren, lag die Zahl am 5. September 2019 bei 1 459 Personen. „Wir haben derzeit 722 nicht-deutsche Einwohner unter 18 Jahren“, ergänzte Kurwinkel. „317 Kinder kommen aus Bulgarien. Das stellt uns vor große Probleme, weil die Perspektiven dieser Kinder nicht so genau abzusehen sind.“ Während manche Familien nur kurzfristig in Wildeshausen seien, blieben andere ein paar Jahre oder seien entschlossen, für immer zu bleiben. „Für viele Familien stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, Deutsch zu lernen“, so Kurwinkel.

Schwierig ist auch die Situation bei Kindern unter sechs Jahren. Von den 273 registrierten ausländischen Jungen und Mädchen kommen 127 aus Bulgarien. „Wir versuchen, sie über unsere Treffpunkte und Integrationshelfer an Kinderkrippen oder Kindergärten heranzuführen“, so Kurwinkel. Auch mit Informationsveranstaltungen zu Bildungsangeboten, Kündigungsschutz oder Versicherungen erreiche man sie ganz gut.

Für eine langfristige Integration, das machte die Fachkraft aus dem Wildeshauser Stadthaus deutlich, sei es sinnvoll, ein übergreifendes Konzept zu erstellen. Das soll ja nun auf den Weg gebracht werden.

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