Politik entscheidet über Verwendung der Infrastrukturrücklage von 2003

100 000 Euro für die Innenstadt

Soll attraktiver werden: Die Huntestraße in Wildeshausen mit dem Huntetor.
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Soll attraktiver werden: Die Huntestraße in Wildeshausen mit dem Huntetor.

Wildeshausen – Viele Jahre hatte es in Wildeshausen eine erregte Diskussion darüber gegeben, ob die im Jahr 2003 von den Unternehmen Bünting und Lidl gezahlte Infrastrukturrücklage von 300 000 Euro rechtmäßig war. 17 Jahre später verfügt die Stadt noch immer über 100 300 Euro aus der Rücklage auf dem Konto. Sie sollen nun einer Verwendung zugeführt werden. Eine wichtige Weichenstellung könnte am Donnerstag ab 18.15 Uhr im Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur im Ratssaal erfolgen.

Die Einzelhandelsunternehmen hatten sich damals mit der Unterstützungszahlung für die Innenstadt das Zugeständnis erkauft, am Westring großflächige Standorte errichten zu können. Später war per Gutachten geklärt worden, dass das Geld zu Unrecht geflossen war. Und schließlich hatten sich die Stadt sowie die Firmen im Rahmen eines Vergleiches darauf geeinigt, dass 150 000 Euro zurückgezahlt werden und die andere Hälfte im Besitz der Stadt bleibt.

49 300 Euro schon ausgegeben

49 300 Euro sind ausgegeben, der Rest soll nun sinnvoll verwendet werden. Die Politiker beraten über Vorschläge der Verwaltung, die der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt dienen und den dortigen Einzelhandel fördern könnten. Denkbar wäre es, mit dem Geld ein Beleuchtungskonzept umzusetzen, das bereits vor einem Jahr in einer Ausschusssitzung vorgestellt worden war. Der bekannte Lichtkünstler Michael Batz aus Hamburg hatte damals auf dem Marktplatz demonstriert, wie beispielsweise die Pumpe durch Illumination besser zur Geltung kommen kann. Ähnliches ist an weiteren markanten Stellen der Innenstadt denkbar und könnte die Attraktivität der Einkaufszone erhöhen, was wiederum für mehr Kundschaft im Einzelhandel und der Gastronomie sorgen dürfte.

Eine Attraktivitätssteigerung könnte auch durch die Umgestaltung der Eingangsbereiche zur Innenstadt erreicht werden. So wäre es denkbar, das Hunte- sowie das Westertor besonders auszuleuchten. Die Veränderung der Toranlage ist laut Stadtverwaltung zwar bereits Teil des Programms „Zukunft Stadtgrün“. Sollte aber aus diesem Programm keine Förderung erfolgen, könnte die Infrastrukturrücklage anteilig verwendet werden.

Digitaler Ausbau angestrebt

Ebenfalls ins Stocken geraten ist der Ausbau des digitalen Angebots in der Innenstadt. Zwar wurde ausgehend vom Stadthaus und dem Marktplatz im Jahr 2019 begonnen, in der Innenstadt kostenloses WLAN anzubieten, doch es gibt hier noch einige Lücken.

„Die Verwaltung sieht die Notwendigkeit, dass der stationäre Einzelhandel die Möglichkeiten des Onlinehandels verstärkt nutzt“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Von der Wirtschaftsförderung und dem Stadtmarketing werde angestrebt, das Thema „Smart City“ zu forcieren. Dabei handelt es sich um den Versuch, sowohl die Verwaltung als auch den Einzelhandel stärker zu digitalisieren. Das könnte durch Einbeziehung von Wildeshauser IT-Firmen ausgebaut werden.

Ein weiterer Vorschlag, die Infrastrukturrücklage zu verwenden, befasst sich mit der Belebung der Huntestraße. Im Rahmen eines Projektes soll mit den Anliegern und Fachstellen wie der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer an einem Konzept gearbeitet werden, den Einzelhandel zwischen Huntetor und Volksbank zu beleben.

Die Politik muss sich nun positionieren, ob sie alle oder nur bestimmte vorgeschlagenen Maßnahmen unterstützen will. Dann könnte rund 18 Jahre nach dem Eingang der Summe auf dem Konto ein Schlussstrich unter das Thema Infrastrukturrücklage gezogen werden.  dr

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