10 000 Setzlinge – 150 Buchen

Gymnasiasten pflanzen neue Bäume in Wäldern der Landesforsten

Mit einem Pflanzspaten setzten die Jugendlichen die jungen Buchen in die Erde.  Fotos: bor

Wildeshausen/Ahlhorn – Den halbkreisförmig gebogenen Pflanzspaten in den Boden rammen, die Erde ausheben, einen 50 bis 80 Zentimeter großen Buchensetzling in den Waldboden pflanzen, Erde drauf, festtreten – und das Ganze 9 999 Mal wiederholen. Schüler aus 17 Klassen in den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg und Vechta beteiligen sich in diesen Tagen an der Aktion „Stop Talking Start Planting“ im Waldpädagogikzentrum Ahlhorn, in dessen Rahmen 10 000 Bäume in den Wäldern rund um das Zentrum gepflanzt werden. Am Donnerstag war die 7c des Gymnasiums Wildeshausen an der Reihe.

Unter Anleitung des Försters und Waldpädagogen Horst Wieting werkelten 25 Schüler fleißig vor sich. In einer Stunde sollten 600 Bäume gepflanzt werden, was den Jugendlichen durchaus leicht von der Hand ging. „Ab und zu kommen einem Wurzeln oder Steine in die Quere“, erklärte Hendrik (13), während er den Spaten in die Erde stieß. Die oberste Humussschicht hatte ein Radlader der Landesforsten zuvor abgetragen, sodass die Schüler nicht allzu viel Kraft brauchten. „Man muss darauf achten, dass die Wurzeln ganz in dem Loch sind“, ergänzte der Brettorfer, um mit einem Lächeln hinterherzuschieben: „Und der Baum darf nicht falsch rum in die Erde.“

In einem durch Stürme und Borkenkäfer gelichteten Fichtenwald sollen die Buchen die Lücken füllen. Der trockene Sommer 2018 hat den Insekten das Leben leicht und den Bäumen schwer gemacht. Weil es nicht viel Regen gab, hatten die flach wurzelnden Fichten Schwierigkeiten, an genug Wasser zu kommen. Das brauchen sie, um Harz zu produzieren, mit dem sie sich vor den Borkenkäfern schützen. Die hatten vergangenes Jahr zwar ihr großes Fressen, in Zukunft soll das aber anders laufen. „Der Borkenkäfer ist auf die Fichte spezialisiert“, informierte Förster Wieting. Bei der Aufforstung nach dem Zweiten Weltkrieg seien viele dieser Fichten gepflanzt worden, deren Holz ja auch industriell genutzt werde.

Wieting, der den Schülern vor ihrem Waldeinsatz zwei Stunden lang den Klimawandel und die Funktion von Bäumen nahegebracht hatte, arbeitete selbst engagiert mit. Er musste einigen Schulen, die ebenfalls mitmachen wollten, absagen. Aus dem Landkreis Oldenburg sind noch die Waldschule in Sandkrug sowie die Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg dabei.

Förster Horst Wieting (rechts) zeigte den Schülern, wie die Setzlinge gepflanzt werden.

Lehrerin Esther Wübbenhorst freute sich, dass ihre Schüler so gut bei der Sache waren. Das Gymnasium war zum ersten Mal bei der Aktion dabei, und gleich fünf Klassen wollten mit, aber es durften nur drei. Die der Biologielehrerin hatte Glück.

Zwischen den Jugendlichen stapfte auch Manuela Schöne, Klimaschutzmanagerin beim Landkreis Oldenburg, durch den Wald. Der Kreis bezuschusst die Aktion mit 2 000 Euro für den Bustransfer der Schüler. Die Landesforsten kommen für die Setzlinge auf.

Stellt sich nur die Frage, wie viele der 10 000 jungen Buchen zu großen Bäumen werden. „In 100 Jahren sind noch 150 Stück übrig“, macht sich Wieting keine Illusionen. Das sei eben die Natur. Aber auch abgestorbene Bäume seien ja als Totholz wertvoll für Insekten.  

bor

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