„World Cleanup Day“

3 000 Zigarettenkippen in Wildeshausen gesammelt

Auf Initiative von Majken Hjortskov, Bastian Lahrmann und Jens Fröhlke (von links) haben die Freiwilligen 3 000 Zigarettenkippen in Wildeshausen gesammelt.
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Auf Initiative von Majken Hjortskov, Bastian Lahrmann und Jens Fröhlke (von links) haben die Freiwilligen 3 000 Zigarettenkippen in Wildeshausen gesammelt.

3 000 Zigarettenkippen haben Freiwillige am Samstag in Wildeshausen gesammelt. Damit beteiligten sie sich am „World Cleanup Day“.

Nur halb so viele freiwillige Helfer wie bei der Premiere, aber dennoch annähernd die gleiche Ausbeute: Das ist das Ergebnis der zweiten Aktion „Kippensammeln in der Wildeshauser Innenstadt“ der Initiative „Kippenfreies Wildeshausen“ am Samstag. Gemeinsam mit den Gründern der Initiative Majken Hjortskov, Bastian Lahrman und Jens Fröhlke sammelten engagierte Bürger am „World Cleanup Day“ in Wildeshausens Innenstadt und im Burgbergpark weggeworfene Zigarettenstummel.

Insgesamt kamen die zehn Sammler innerhalb von nur einer Stunde auf etwa 3 000 Kippen. Im Jahr 2020 waren es am Ende des Tages rund 4 000 Zigarettenstummel gewesen.

Von den allermeisten Passanten ernteten die Freiwilligen Lob für ihre Arbeit, aber einige wunderten sich doch über die Aktion. „Müsst ihr das als Strafarbeit machen?“, wurde Hjortskov gefragt. So unberechtigt wie der Einwurf zunächst wirkt, ist er für eine Nichtraucherin wie Hjortskov nicht. Aus welchen Gründen soll man den Dreck anderer Menschen wegräumen? „Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, dass sie ihre Kippen nicht einfach wegwerfen“, lautet die Antwort der Wildeshauserin. Dazu verteilten die Akteure zusätzlich Taschenaschenbecher an Raucher.

Schadstoffe können ins Grundwasser gelangen

Die Aktion hat einen überaus ernsten Hintergrund. Zigarettenfilter bestehen aus dem Kunststoff Cellulose-Acetat. Der Zellstoff reichert sich beim Rauchen mit Substanzen wie beispielsweise Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe sowie vor allem Nikotin an. Diese Stoffe gelangen dann in den Boden und schließlich ins Grundwasser, wenn die Kippe einfach in die Gegend geworfen wird.

Von Ordnungsstrafen für die Umweltsünder hält Mit-Initiator Fröhlke allerdings nichts. Er will überzeugen und mit weiteren Aktionen eine Art Schneeballeffekt erreichen. Dazu würde er gerne die Geschäftsleute der Innenstadt mit ins Boot holen. „Wenn jeder Ladeninhaber auf zehn Metern vor seinem Geschäft jeden Morgen die Kippen aufsammelt, wäre schon viel getan“, glaubt der Buchhändler, der selber leidenschaftlicher Raucher ist. Auch er habe vor einigen Jahren einen Denkanstoß benötigt, um seine Kippen nicht mehr achtlos wegzuwerfen. „Die Innenstadt ist unser Wohnzimmer und dort räumt man regelmäßig auf“, zog er einen passenden Vergleich und machte den Vorschlag, eine gemeinsame Sammelaktion vor jeder Veranstaltung durchzuführen.

Viel Müll auf dem Spielplatz am Burgberg

Ob die Einsicht bei jedem Zeitgenossen einkehren wird, darf nach den Schilderungen von Annick Mabuleau-Pohl, die ebenfalls gesammelt hat, bezweifelt werden. „Wir haben etliche Zigarettenstummel auf dem Spielplatz am Burgberg gefunden“, schilderte sie. Nicht nur das. Jede Menge Plastik-Konfetti und Müll habe das Team gleich mit entsorgt.

Ein Ärgernis ist für Mabuleau-Pohl der Bodenmüllbehälter auf der Anlage. „Das ist zwar gut gemeint. In dem Behälter sammelt sich jedoch das Regenwasser und reichert sich mit Giftstoffen an, die dann durch die Bodenlöcher in die Erde versickern“, befürchtete sie.

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