Bürger beschweren sich über Zustand einiger Gräber

Wertschätzung für Tote wird arg angezweifelt

Nichts als Unkraut: Gepflegte Gräber sehen anders aus. Die Kritik der Bürger ist verständlich. ·
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Nichts als Unkraut: Gepflegte Gräber sehen anders aus. Die Kritik der Bürger ist verständlich. ·

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt‘ ich auf dein Grab...“. Dieses alte Soldatenlied (Komponist unbekannt) spricht zweifelsohne für gepflegte Gräber. Und genau das trifft für einige der letzten Ruhestätten auf dem neuen Teil des Wildeshauser Friedhofs derzeit ganz und gar nicht zu.

Immer wieder melden sich Leser in unserer Redaktion, die sich über diesen schlimmen Zustand beklagen.

„Ich habe gehört, dass es sich um Gräber von ehemaligen Bewohnern der Diakonie Himmelsthür in der Kreisstadt handeln soll“, sagt Hans-Werner Baumgarten, der mindestens einmal pro Woche das Grab seines Vaters besucht: „Immer wieder stößt mir dabei bitter auf, wie schlimm diese Gräber aussehen. Das erweckt sehr schnell den Anschein, als wenn die Wertschätzung für diese Verstorbenen sehr, sehr gering ist.“ So würden die Menschen der Himmelsthür zu Mitbürgern zweiter oder dritter Klasse abgestempelt.

„Mein Vater wurde dort im Jahr 2007 beerdigt. Seither muss ich feststellen, dass diese Gräber immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes verkommen“, sagt Baumgarten. Das alles sei kein gutes Aushängeschild für Stadt und Diakonie: „Hier sollte nicht auf den Euro geschaut werden, sondern mindestens im 14-tägigen Rhythmus etwas an den Gräbern gemacht werden. Es ist einfach ungebührlich und eine Unverschämtheit, so mit Verstorbenen umzugehen.“ Und mit dieser Meinung stehe er nicht allein da, was sicherlich auch die Anrufe in unserer Redaktion bestätigen.

Vor Ort hat sich auf Nachfrage der Wildeshauser Zeitung Michael Krüger, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bau der Stadtverwaltung, umgesehen: „Die Bürger haben schon Recht, die Gräber sehen in der Tat nicht gut aus. Es handelt sich um die letzten Ruhestätten von Verstorbenen der Himmelsthür.“ Allerdings sei die Diakonie bei der Grabpflege nicht so direkt in der Pflicht: „Aber bisher hat sich regelmäßig der Gartentrupp von dort eingefunden, um die Gräber zu pflegen.“ Das aber sei in der vergangenen Zeit offensichtlich nicht der Fall gewesen: „Wir werden die Sache in Angriff nehmen, damit dieser Zustand ein Ende hat.“ Die Diakonie solle jetzt umgehend angesprochen werden.“

Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Diakonie Himmelsthür, zeigte sich während des Gesprächs etwas erstaunt über diese Beschwerden, die sicherlich zu Recht ergangen seien: „Natürlich fühlen wir uns in puncto Grabpflege in der Verpflichtung. Das ist gar keine Frage und auch intern geregelt. Ich bin nur verwundert, dass die Umsetzung nicht erfolgt. Natürlich werden wir unserer Pflicht jetzt wieder nachkommen.“

Die Diakonie sehe sich als Bezugsperson zu den lebenden Bewohnern und fühle sich ihnen daher auch dauerhaft verpflichtet. „Leider aber rücken uns diese Dinge immer wieder einmal aus dem Blickfeld, da wir ja einige ,Baustellen‘ mehr haben. Aber die Bürger können sicher sein, dass diese Missstände spätestens in der kommenden Woche behoben sind.“ Die Angehörigen der Verstorbenen kümmerten sich leider kaum um diese Gräber: „Die Mehrheit dieser Menschen wird eben nicht im Heimat-ort bestattet, sondern hier, so dass der Entfernung für die Familienmitglieder oftmals sehr groß ist.“

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