Harpstedt hält an Gesamtschulforderung fest / Kreistags-CDU-Fraktion machte sich am Freitag vor Ort ein Bild

„Werden neuer Befragung zustimmen“

Dass Harpstedts Schulzentrum mit wenig Aufwand gesamtschultauglich hergerichtet werden könnte, machten Schulleiter, Elternvertreter, die Spitze der Kommunalverwaltung und CDU-Samtgemeinderatsmitglieder den Unions-Kreistagsabgeordneten und dem Abgeordneten Ansgar Focke deutlich.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· „Wir dürfen keine Hoffnungen wecken, die wir dann womöglich aufgrund der gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllen könnten“, unterstrich Hans H. Hubmann am Freitagnachmittag während eines Besuchs von CDU-Fraktionsmitgliedern aus Kreistag und Samtgemeinderat im Beisein des Landtagsabgeordneten Ansgar Focke in der Harpstedter Haupt- und Realschule, wo Rektor Wolfgang Bleyer, Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes und Mitglieder einer Elterninitiative für Harpstedt als möglichen zweiten Gesamtschulstandort im Landkreis warben. Ein konkretes Versprechen gab er den Gastgebern immerhin: „Die Union wird einer weiteren Elternbefragung im Kreistag zustimmen.“

Cordes verhehlte nicht, dass „wir es hier im Südosten des Landkreises schwer haben werden, uns durchzusetzen“, stellte aber zugleich die vorhandene Infrastruktur heraus: Das – auch energetisch – fortlaufend sanierte Schulzentrum sei in einem Top-Zustand. Es ließe sich mit wenig Aufwand so umgestalten, dass die baulichen Erfordernisse für eine Gesamtschule erfüllt würden. „Gehen Sie mit uns ganz wertfrei durch die Räume!“, appellierte der Verwaltungs chef an die Unionspolitiker. „Kritikpunkte werden Sie, so glaube ich, nicht finden.“ Die für die Gesamtschule kämpfende Elterninitiative favorisiert nunmehr das „integrierte“ Modell, die IGS. „Ein kooperatives System haben wir ja hier bereits. Nur mit einer IGS böten wir eine wirklich alternative Schulform“, so Haupt- und Realschul-Elternratsvorsitzende Tanja Koutianidis. „Viele Eltern stehen inzwischen auf dem Standpunkt: Wenn schon Gesamtschule, dann nicht die kooperative Variante, sondern die integrierte. Die IGS ist viel flexibler“, pflichtete Regina Huntemann aus dem Harpstedter Grundschulvorstand bei.

Rektor Wolfgang Bleyer beklagte auch vor dem Hintergrund der bewilligten IGS in Wardenburg, die Bildungs chancen im Landkreis seien nicht gerecht verteilt. Der Norden sei aktuell „sehr viel besser versorgt“. Momentan sei „alles im Fluss“, sagte Hubmann. Nicht nur in Harpstedt, sondern auch in Hude und Ganderkesee gebe es „eine große Interessenlage“ an einer Gesamtschule. Würden die vorgeschriebenen Mindestschülerzahlen nicht erreicht, dann könne eine Sekundarstufe II nicht kommen. Nach Überzeugung von Fachleuten mache die IGS aber nur mit beiden Sekundarstufen Sinn, so Hubmann. Was die Oberstufe angehe, so sei in Ganderkesee „sicherlich Ärger“ zu erwarten, prognostizierte Uwe Cordes vor dem Hintergrund der Konkurrenzsituation mit dem Gymnasium „Am Steinacker“. Über die Sek. II zu entscheiden, wäre ohnehin erst sinnvoll, wenn „die Gesamtschule schon läuft“, betonte Bleyer.

„Schule muss eine gewisse Mindestgröße haben, um zukunftsfähig zu sein“, sprach Ansgar Focke einen „wunden Punkt“ an. Denn die „Größe“ ist gerade das Problem in Harpstedt – und zugleich der eigentliche Anlass für die Forderung nach einer IGS. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Existenzssicherung des Schulzentrums. Bedingt durch den Wegfall der Orientierungsstufe und die demografische Entwicklung, hat sich die Schülerzahl binnen zehn Jahren von 585 auf 413 verringert, wie Bleyer erläuterte, wobei im Hauptschulzweig noch gerade 108 Schüler übrig geblieben sind.

Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, die aus Sicht des Rektors „bedenklichen“ Einführungsvoraussetzungen für eine IGS zu erfüllen. „Eine Gemeinde kann eine Gesamtschule nicht allein tragen. Da müssen die Kommunen rundherum mit Berücksichtigung finden“, forderte Bleyer. Ansgar Focke ermunterte dazu, kreativ zu denken, gemeindeübergreifend zu agieren und sich um Verbündete zu bemühen. „Jetzt aber geht es erst einmal darum, die Elternbefragung anzuschieben und damit nicht lange zu warten“, so der Abgeordnete. „Wir sollten darauf achten, dass wir zunächst vorhandene Schulen nutzen und mit Leben füllen, statt gleich neu zu bauen“, sagte CDU-Samtgemeindeverbandschef Hartmut Post.

Nach FDP und Union erwartet die Elterninitiative in Harpstedt auch noch die SPD und die Kreistagsgrünen zu Gesprächen über die Gesamtschulthematik.

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