Wenn im Kopf ein Film abläuft

Die 1a von Werner Ott (l.) kam als erste Klasse in den Genuss des Bilderbuchkinos mit Elke Lischkowitz (r.).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Spannende Lektüre beflügelt die Phantasie und lässt im Kopf des Lesers buchstäblich einen Film ablaufen. Wer wüsste das besser als Bibliotheksleiterin Elke Lischkowitz, die von Berufs wegen tagtäglich mit „Schmökern“ zu tun hat? Gestern begeisterte sie Leseanfänger fürs „Kopfkino“.

Alle ersten Klassen der Grundschule Harpstedt mitsamt Förderklasse kamen in den Genuss von Pascal Biets Geschichte „Der kultivierte Wolf“. Während Elke Lischkowitz vorlas, erleichterten begleitende Dias mit bezaubernden Illustrationen den Jungen und Mädchen den Zugang zu der Handlung.

Die 1a von Lehrer Werner Ott durfte das „Bilderbuchkino“ gleich am frühen Morgen erleben. „Lischkowitz ist ein sehr schwerer Name. Ihr könnt einfach Elke zu mir sagen“, ging die Büchereileiterin mit den Schülern auf Tuchfühlung. Auf ihre Frage, welche der Kinder denn schon einmal in der Bibliothek gewesen seien, schnellten viele Finger in die  Höhe. „Ihr kommt ja vielleicht demnächst regelmäßig und könnt euch dann hier Bücher aussuchen. Vorher müsst ihr allerdings einen Benutzerausweis haben. Den braucht ihr, weil der Computer genau wissen will, was ihr ausleiht“, erklärte die Fachkraft den Erstklässlern. Da die Jungen und Mädchen gerade lernen, im Kopf aus Buchstaben Worte und Sätze zusammenzufügen und zu verstehen, verwies sie auf ein großes Angebot von Bilderbüchern zum Einstieg. „Warum muss man überhaupt lesen, zumal es doch das Fernsehen gibt?“, stellte Elke Lischkowitz eine etwas provokante Frage und gab die Antwort gleich selbst: „Stellt euch vor, ihr wollt irgendwo hinfahren. Dann ist es doch schlecht, wenn ihr nicht einmal entziffern könnt, was auf den Straßenschildern steht. Und wenn ihr wissen wollt, was im Fernsehen läuft, müsst ihr die Fernsehzeitung lesen können.“ Das leuchtete den Kindern ein. Elke Lischkowitz machte ihnen auch deutlich, dass sie sich in der Bücherei zivilisiert benehmen müssen – und war damit fast schon beim Thema der Bilderbuchkino-Geschichte angelangt. Zunächst einmal erklärte sie den Titel und erzählte, was der Begriff „kultiviert“ eigentlich bedeutet. Der Wolf, um den es gehe, sei anfangs das genaue Gegenteil. Er lerne erst, sich zu benehmen und „kultiviert“ aufzutreten.

Die Handlung ist schnell erzählt: Mit knurrendem Magen kommt der Wolf auf einen Bauernhof und stößt dort zu seiner großen Überraschung auf Tiere, die überhaupt keine Angst vor ihm haben: Ente, Kuh und Schwein liegen im Gras und lesen. Meister Isegrim ist schwer beeindruckt. Nie zuvor hat er solch gebildete Tiere gesehen. Er beschließt, selbst lesen zu lernen. Schnell stellt der Wolf fest, dass es ihm alles andere als leicht fällt, in den „hochfeinen Hofkreisen“ akzeptiert zu werden. Aber der Wolf lässt sich nicht entmutigen. Seinen Hunger hat er schnell vergessen. Und schon bald sieht man ihn – nach der Schule – in Bücherei und Buchhandlung eilen...

Die Kinder amüsierten sich köstlich über die Geschichte und vor allem über die tollen Zeichnungen, die mit dem Dia-Projektor auf eine Leinwand „geworfen“ wurden. Elke Lischkowitz hatte die Lektüre durchaus mit Bedacht ausgewählt. Schließlich weckt sie die Lust am Lesen, und genau das will die Samtgemeindebücherei bei Kindern erreichen.

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