Positive Entwicklung im Landkreis / Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt

Weniger Hartz IV-Empfänger

Landkreis - Der Landkreis Oldenburg vermeldet eine äußerst positive Entwicklung im Bereich des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV). Laut Statistik konnten alleine im März dieses Jahres 99 Menschen aus dem Bereich in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Landrat Frank Eger nannte die Entwicklung gestern „sehr erfreulich“. Er verwies auf die besonders gute Wirtschaft im Landkreis Oldenburg.

Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, um an die Betriebe einen Appell zu richten: „Was kann man tun, um Qualifizierte zu halten? Was kann man tun, um eventuell noch welche hinzuzugewinnen?“ Gerade jetzt sei der Zeitpunkt, um sich darüber Gedanken zu machen.

Eger betonte, dass die Voraussetzung für geringe Arbeitslosigkeit in genügend freien Arbeitsplätzen liege. „Manche Firmen konnten in der Vergangenheit ihre Aufträge nicht abwickeln, weil nicht genügend Personal zur Verfügung stand“, berichtete er. In Zukunft seien deshalb besonders wieder Fachkräfte gefragt – vor allem in den Bereichen Pflege und Technik.

Profitiert habe der Landkreis auch von der Nähe zur Metropolregion. Eger hob in diesem Zusammenhang die Windkraftbranche und das „Airbus“-Unternehmen in Bremen hervor. Mehrere Firmen im Landkreis seien angesichts der örtlichen Lage auf das Transportwesen spezialisiert.

Trotz der guten Zahlen fielen dennoch eine Menge Leute durchs Raster, gab der Landrat zu bedenken. Die Jobs im ersten Arbeitsmarkt seien oft sehr niedrig bezahlt. In vielen Fällen müsse deshalb weiterhin eine Aufstockung erfolgen. Diese Aufstockung, zum Beispiel für Wohn- und Heizkosten, übernimmt die Kommune. Dem Landkreis nutzt die Mehrbeschäftigung deshalb – zumindest finanziell gesehen – recht wenig. Rund 15 Millionen Euro werden jährlich im Haushalt für die Hilfeleistungen veranschlagt. „Davon kommen wir auch nicht runter“, erklärte Sozialdezernent Robert Wittkowski. Die Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn sei für die Kommunen allerdings hochinteressant.

Freuen kann sich unterdessen der Bund, der für die Grundsicherung (Hartz IV) zuständig ist. Mit dem Bezug eines eigenen Einkommens fällt die Grundsicherung weg.

Wittkowski wollte die gute Arbeitslosenentwicklung nicht geschmälert sehen. Er könne sich nicht daran erinnern, wann es im Landkreis zuletzt eine Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent gegeben habe. Im März lag die Quote bei 4,8 Prozent. Hinsichtlich der guten Vermittlungszahlen unterstrich er, dass immer wieder auch Langzeitarbeitslose vermittelt werden konnten.

Bodo Bode, Leiter des Kreissozialamtes, berichtete von einem Betrag in Höhe von 3,5 Millionen Euro, der dem Jobcenter für Vermittlungszwecke zur Verfügung steht. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Betrag um 25 Prozent gekürzt worden. „Wir versuchen das zu kompensieren, indem wir unseren Betreuungsaufwand erhöhen“, sagte Bode. · js

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