Die Haupt- und Realschule verliert einen engagierten Lehrer: Frank Zimmermann unterrichtet demnächst in Kairo

Wehmut schwingt in Überraschungsfeier mit

Schulradio und -band gestalteten die Abschiedsfeier für Frank Zimmermann (hinten, 4.v.r.), der im Pharaonen-Kostüm Schlagzeug spielte. Rektor Peter Bilski (r.) würdigte die Spuren, die der demnächst in Kairo unterrichtende Kollege hinterlassen hat. Für Adalbert Kirchhoff (hinten, 2.v.r.), Begründer der Schulradio-AG, gab‘s ein Wiedersehen mit seiner früheren Wirkungsstätte. ·
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Schulradio und -band gestalteten die Abschiedsfeier für Frank Zimmermann (hinten, 4.v.r.), der im Pharaonen-Kostüm Schlagzeug spielte. Rektor Peter Bilski (r.) würdigte die Spuren, die der demnächst in Kairo unterrichtende Kollege hinterlassen hat. Für Adalbert Kirchhoff (hinten, 2.v.r.), Begründer der Schulradio-AG, gab‘s ein Wiedersehen mit seiner früheren Wirkungsstätte. ·

Harpstedt - Dass Lehrer Frank Zimmermann gestern im Pharaonen-Kostüm in der Pausenhalle der Haupt- und Realschule Harpstedt nicht nur Interview-Fragen der Schulradio-Moderatoren Christoph Wolter und Jelco Ohlendorf beantwortete, sondern sich sogar auf der Bühne mit Jannik Stiller an einem ihm nicht vertrauten Instrument, dem Schlagzeug, „duellierte“, hatte einen guten Grund.

Ihm zu Ehren gab es eine Überraschungs-Abschiedsfeier „vor versammelter Mannschaft“; für den engagierten und beliebten Pädagogen, seine Frau Nada und die Kinder Johanna (3) und Christoph (1) beginnt in Kürze ein neuer Lebensabschnitt im fernen Ägypten.

Der 37-Jährige wird in der Mittelstufe der Europa-Schule in Kairo – wie bislang – Mathe, Musik und Deutsch unterrichten. Voraussichtlich übernimmt er eine fünfte Klasse. Wahrscheinlich bekommt der Harpstedter sogar die Leitung der Sekundarstufe I anvertraut. Seine Frau kann an derselben Schule in der Primarstufe zwei Tage die Woche arbeiten.

Frank Zimmermanns Flieger geht Mitte August. Sein Anstellungsvertrag läuft über drei Jahre. Eine Bleibe in Schulnähe zu finden, dürfte nach seiner Einschätzung kein großes Problem sein. Rund 900 Schüler besuchen die deutschsprachige Europa-Schule.

Auf ein Wiedersehen in nicht allzu ferner Zukunft hoffen nun besonders Schulradio-AG und Schulband, die Zimmermann einige Jahre lang in Harpstedt geleitet, unterstützt und betreut hatte, wofür sie sich jetzt mit der Überraschungs-Abschiedsfeier revanchierten. Rektor Peter Bilski bescheinigte dem Kollegen, er habe eine große Lücke hinterlassen.

Die Schule werde auf jeden Fall versuchen, sowohl die Radio-AG als auch die Band zu erhalten und die Arbeit im Sinne Zimmermanns fortzuführen. Sie bemühe sich um Nachfolger für ihn, vielleicht ja auch in Form eines Teams. „Alle sollten dabei mithelfen“, betonte Bilski. Er zeigte sich überzeugt, dass Frank Zimmermann ob der hinterlassenen Spuren nicht in Vergessenheit gerät. Die Schulradio-AG fand es „ganz schön mutig, was Sie sich für die nächsten Jahre vorgenommen haben“. Sie wünschte Zimmermann „viel Freude an der neuen Schule sowie den dazugehörigen Erfolg“ und überreichte einen Kalender mit Erinnerungsfotos. Die Schulband hatte sich für ein Maus-Pad mit Band-Motiv als Abschiedspräsent entschieden. Rektor Peter Bilski komplettierte den Geschenke-Reigen mit einem Gutschein für das „Bücherlädchen“.

Für den früheren Lehrer Adalbert Kirchhoff, der das Schulradio begründet und 24 Jahre geleitet hatte, gab es anlässlich der Feierstunde ein Wiedersehen mit seiner alten Wirkungsstätte, die er lange nicht mehr betreten hat, aber, wie er hinter den Kulissen zugab, schmerzlich vermisst.

Wehmut schwang ebenso in den Worten von Frank Zimmermann mit, dessen bisherige Klasse R8b Daniela Stockhoff übernimmt. „Ich habe in Harpstedt zu 99 Prozent relaxte Stunden gehabt. Es hat mir viel Freude gemacht, hier zu unterrichten. Ich werde das schwer vermissen. Der Weggang ist kein leichter Schritt für mich“, gestand der Lehrer ein. Die Radio-AG nannte er „eine Herzensangelegenheit“, und die Hoffnung auf eine etwaige Rückkehr in der Zukunft bewahrte der 37-Jährige.

Von 2006 bis 2009 hatte er schon einmal in Ägypten unterrichtet – an der Deutschen Schule Borromäerinnen (DSB) in Alexandria. Dorthin wäre er gern ein zweites Mal gegangen. Da spielte aber die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Köln nicht mit. Der Rektor der DSB, Wolfgang Mager, telefonierte eifrig, um eine andere freie Stelle zu finden. Ein passendes Angebot kam von der Europa-Schule Kairo. Frank Zimmermann erinnert sich noch gut an die Worte von Rektorin Dagmar Weber, einer Studiendirektorin aus Schleswig-Holstein: „Wollen Sie nicht bei uns anfangen?“ Er wollte. Die Würfel waren gefallen. · boh

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