SPD-Urgestein besuchte Stoppelmarkt

Warten auf „Münte“ belohnt

Eben mal schnell ein Autogramm aufs Stoppelmarkt-T-Shirt geschrieben, noch ein bisschen Smalltalk – aber dann musste der Ex-Vizekanzler Franz Münefering (M.) weiter über das Stoppelmarkt-Gelände. Die Presse folgte.

Oldenburg - VECHTA (ck) · Autogrammjäger in den Marktstraßen! Jubelnde Fans an der Bierbude! Tausendfacher Applaus im rappelvollen Hauptzelt! Franz Müntefering dürfte sein gestriger Besuch auf dem Vechtaer Stoppelmarkt noch lange in Erinnerung bleiben.

Mitten im Südoldenburgischen, der CDU-Hochburg schlechthin, feierten die Besucher den Ex-Bundesvorsitzenden der SPD wie einen von ihnen. Während dieses Defilees musste Vechtas Bürgermeister Uwe Bartels, ebenfalls Genosse und damit einer der wenigen Exoten, die es trotz roten Parteibuchs politisch geschafft haben, einige Male auf seinen Gast warten.

Doch das Warten der Offiziellen auf den Gast aus Berlin begann schon am Morgen. Zur Überraschung des Marktausschusses hatte „Müntes“ Büro angekündigt, dass der Bundestagsabgeordnete mit dem Zug anreisen wolle. Also stand Bartels zusammen mit „Jan und Libett“ und versammelter Presseschar um kurz nach halb neun mitten am Bahnhof auf dem Stoppelmarkt-Gelände. Mit ein wenig Verspätung traf die „NordWestBahn“ ein. Aber unter den Massen, die aus den Wagen purzelten, fanden sie keinen Müntefering. Libett lachte, Bartels blickte aufs Handy. Ist der 70-Jährige etwa schon am Vechtaer „Hauptbahnhof“ ausgestiegen? Da wäre der gebürtige Sauerländer richtig sauer.

Wenig später Entwarnung. Müntefering verpasste einen Anschlusszug in Osnabrück. Eine Stunde später rollte das altgediente Schlachtross der Sozialdemokratie dann ein – und bummelte unter Geleitschutz des Bürgermeisters erst einmal zum Pferdemarkt. Anschließend führte der Weg zur Stärkung auf den Hof Schmedes. Was danach kam, ähnelte einem Triumphzug. Einer Gruppe Jungs signierte er die eigens gedruckten Stoppelmarkt-T-Shirts, nachdem er aus der Runde der Schlipsträger ausgebüxt war. Nun musste er aber los. Winkend bahnte er sich den Weg in „Kühlings Niedersachsenhalle“, wo ihn mehr als 1 000 Zuhörer des politischen Frühschoppens frenetisch bejubelten. Da klatschten selbst Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen und ihr christdemokratischer Kabinettskollege Hartmut Möllring (Finanzen).

Uwe Bartels prophezeite seinem prominenten Parteikollegen mit Blick auf die Festredner vergangener Jahre eine vielleicht noch größere Karriere als ohnehin. „Philipp Rösler ist jetzt Gesundheitsminister, David McAllister Ministerpräsident, Christian Wulff sogar Bundespräsident – und ich selbst inzwischen Bürgermeister von Vechta“, scherzte der Verwaltungs chef.

Müntefering selbst fasste sich angenehm kurz, nahm das Publikum mit Erinnerungen an die Kirmes in Hüsten auf eine Reise in die Heimat und zeigte sich locker.

In einem ernsten Teil der Rede dagegen sprach er sich klar dagegen aus, dass Geld die Welt regieren soll. Also, wenn das kein Grund dafür ist, die mitgebrachten Finanzen am nächsten Tresen loszuwerden…

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