Vortrag bei Landvolkversammlung

Willi Lemke: „Die Bevölkerung weiß nicht, wie gut es ihr geht“

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Willi Lemke (rechts) trug die grüne Krawatte nicht nur wegen seiner Verbundenheit zu Werder Bremen, sondern auch zu den Landwirten. Der Ex-Fußballmanager sprach über Respekt.

Wardenburg - Von Ove Bornholt. Rund um den „Wardenburger Hof“ fegte am Freitagnachmittag ein eisiger Wind, drinnen versammelten sich um die 250 Bauern und Ehrengäste: Die Vertreterversammlung des Kreislandvolks stand an.

Wieder einmal war so ziemlich jeder, der im Landkreis Rang und Namen hat, in Wardenburg vertreten. Von Bankmanagern über Bürgermeister bis hin zu Verwaltungsmitarbeitern und Verbandsvertretern. Und mittendrin Referent Willi Lemke, der die Zuhörer an seinen Erfahrungen als UN-Sonderbotschafter teilhaben ließ. „Ich glaube nicht, dass unsere Bevölkerung weiß, wie gut es ihr geht“, unterstrich der Ex-Fußballmanager.

Lemke, einst als Flüchtlingskind aus Pommern in Schleswig-Holstein aufgewachsen, bekannte, er selbst habe noch nie Hunger erlebt. Der 71-Jährige berichtete von afrikanischen Tagelöhnern, die oft ohne Essen ins Bett müssten. Zustände, die es in Deutschland in seinen Augen nicht gibt. „Es geht uns saugut“, meinte er.

Ob die wirtschaftliche Situation aller Landwirte ebenfalls dermaßen zufriedenstellend ist, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist die Ertragssituation besser als vor ein paar Jahren. Darauf bezog sich Landvolk-Vorsitzender Jürgen Seeger, der von „auskömmlichen, teilweise sogar sehr guten Preisen“ sprach. Als Herausforderungen nannte er die Düngeverordnung. „Hoffentlich können unsere Betriebe die Bürokratie durchalten“ und „Wir brauchen Zeit für die Umsetzung“, meinte der Landwirt.

„Sind uns Verantwortung bewusst“

Mit Landrat Carsten Harings, dem Seeger eine grüne Weste mit Landvolk-Logo überreichte, wissen die Bauern einen Partner an ihrer Seite, der Probleme wie zu viel Nitrat im Grundwasser gemeinsam lösen möchte. „Wir sind uns alle unserer Verantwortung bewusst“, sagte Harings. Man sei auf einem guten Weg.

Geschäftsführer Bernhard Wolff hob unter anderem die „Fahrradroute der Landwirtschaft“ hervor. Viele Betriebe würden sich daran beteiligen. „Das freut uns und wird letztlich dazu führen, dass wir voraussichtlich weit mehr als 200 Tafeln aufstellen werden. Dazu sollen dann noch Erlebnisstationen zum Hören, Fühlen, Riechen, Anfassen und Selbermachen eingerichtet werden“, meinte Wolff. Auch Nachbarkreise sind schon in den Fokus gerückt. Abschließend soll die Route in Fahrradnavigationssysteme aufgenommen werden.

Bei den Wahlen gab es zwei Veränderungen im Vorstand: Franz-Josef Dasenbrock aus Kleinenkneten, einfaches Mitglied, und sein Stellvertreter Ralf Stöver aus Bühren tauschen die Rollen. Zudem übernimmt Heinrich Meyer aus Wiemerslande (Gemeinde Hatten) die Vertretung von Gert Gramberg aus Sandkrug, ebenfalls einfaches Mitglied. Heinrich Meyer ersetzt seinen Vater Diedrich.

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