Landkreis und Gemeinde diskutieren ihre Stellungnahmen

Anwohner können sich zur 380-kV-Leitung äußern

Wardenburg/Landkreis - Die Würfel bei Tennet sind gefallen: Das Unternehmen will die 380-kiloVolt-Leitung von Conneforde nach Merzen unter anderem durch die Gemeinde Wardenburg bauen (wir berichteten). Wo genau die Trasse C verlaufen soll und ob es sich um ein Erdkabel oder eine Freileitung handelt, ist aber noch unklar. Allerdings gibt es bei allen Entwürfen Schwierigkeiten, die Abstandsgrenzen zu Wohnhäusern einzuhalten.

Der Strom soll vom Umspannwerk in Conneforde durch die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Cloppenburg zu zwei Umspannwerken im Raum Cloppenburg fließen. Das Gebiet des Landkreises Oldenburg ist laut Planung von Tennet bei der Querung des Küstenkanals in der Nähe von Klein Scharrel (Gemeinde Edewecht) und Habern I (Wardenburg) betroffen. Von dort geht es über Benthullen nach Garrel-Nikolausdorf im Nachbarlandkreis.

Tennet schlägt zwei Punkte vor, um den Kanal zu überqueren – eine Ost- und Westroute. Bei Ersterer würden die Mindestabstände zu Wohnhäusern in Ortschaften von 400 Metern und im Außenbereich von 200 Metern bei 32 Gebäuden unterschritten werden. Teilweise ist die Leitung 42 Meter entfernt.

42 Meter Abstand zur geplanten Leitung

Im Bereich der Westroute, die über den Kanal und dann nördlich von Achternmeer verläuft, wären 14 Wohnhäuser betroffen, von denen sich zehn in Entfernungen von unter 100 Metern zur Leitung befinden würden. Für jedes Gebäude informiert Tennet in den Planunterlagen über die Sichtbarkeit der Leitung. Diese ist je nach Lage unterschiedlich von verdeckt über teilweise verdeckt bis hin zu sichtbar.

West- und Ostroute kommen im Bereich Benthullen zusammen. Dort wären vier Wohnhäuser betroffen. Bereits jetzt verläuft eine 220-kV-Leitung durch das Areal, die durch die 380er-Verbindung ersetzt werden soll. Die Abstände zu den Gebäuden würden dabei laut Tennet nur geringfügig verändert werden. Deswegen favorisiert das Unternehmen für Benthullen eine Freileitung.

In der Gemeinde Wardenburg hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, um eine andere Variante – die Trasse F – zu verhindern. Da das nun geschafft ist, hat die Gruppe ihre Arbeit weitgehend eingestellt. Manfred Borchers, Sprecher der Initiative, hält die teilweise vorgeschlagene Erdverkabelung für das „kleinere Übel“ im Vergleich zur Freileitung. Im aktuellen Verfahren „sind die Anlieger gefordert“. Seines Wissens sei die Gemeinde Wardenburg mit dem Verlauf nun grundsätzlich einverstanden.

Noch bis zum 18. August kann jedermann eine Stellungnahme zu dem Vorhaben abgeben. Tennets Pläne liegen unter anderem im Wardenburger Rathaus zur Einsicht bereit. Der Landkreis Oldenburg thematisiert seine Stellungnahme zu den Plänen am Dientag, 8. August, ab 17 Uhr während der öffentlichen Sitzung des Struktur- und Wirtschaftsausschusses im Kreishaus. Auch die Gemeinde Wardenburg wurde um eine Stellungnahme gebeten. Sie soll am 9. August nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss der Kommune diskutiert werden, bevor der Ausschuss für Planung und Entwicklung sich am Folgetag ab 16 Uhr öffentlich im Wardenburger Rathaus mit der Materie befasst. J bor

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