Wardenburger Ortsfeuerwehr zweimal nicht beschlussfähig

Wahl verzögert sich – kein Gemeindebrandmeister

Wardenburg - Die Gemeinde Wardenburg steht am 1. Juli voraussichtlich ohne Gemeindebrandmeister da. Denn am 30. Juni läuft die Amtszeit von Herwig Grotelüschen (57) ab. Der Litteler will sein Amt eigentlich weiter ausüben und ist auch der einzige Kandidat, aber der Gemeinderat kann erst nach der Sommerpause – also nach Ende der Amtszeit – über die Besetzung des Postens entscheiden. Hintergrund ist zum Teil das Wahlverfahren in der Gemeinde.

Das Prozedere gestaltet sich wie folgt: Die drei Ortsfeuerwehren Wardenburg, Littel und Achternmeer geben ihren Mitgliedern während jeweils einer Versammlung die Gelegenheit, Wahlvorschläge zu machen. Nachdem alle drei damit durch sind, geben die einzelnen Wehren ihren Ortsbrandmeistern eine bindende Empfehlung für einen Kandidaten mit auf den Weg. Diese wenden sich dann damit an den Gemeinderat, der letztendlich die Entscheidung trifft.

Die Empfehlungen sind in Littel und Achternmeer ausgesprochen worden. Während Erstere grünes Licht für Grotelüschen gab, soll sich Bernd Depner, Ortsbrandmeister in Achternmeer, enthalten. „Ich für meine Person habe kein Problem mit dem aktuellen Gemeindebrandmeister“, sagt Depner auf Nachfrage unserer Zeitung. Das sei auch bei seinen Zug- und Gruppenführern so. Er könne keine Begründung für die Enthaltung nennen. Entscheidungen des Gemeindebrandmeisters, die in Achternmeer für Verstimmung gesorgt haben, habe es nicht gegeben. Ganz im Gegenteil: „Die Feuerwehr ist zur Stützpunktfeuerwehr aufgewertet worden“, so Depner.

Votum aus Wardenburg fehlt noch

Unabhängig von der Entscheidung in Achternmeer fehlt es noch an einem Votum aus Wardenburg. Die Ortsfeuerwehr war während zwei Mitgliederversammlungen (25. April und 23. Mai) nicht beschlussfähig. Einmal sei die Ladungsfrist nicht eingehalten worden, einmal sei die Beteiligung zu gering gewesen, berichtet Ortsbrandmeister Stefan Buschmann, der versichert, keine Vorbehalte gegen eine weitere Amtszeit von Grotelüschen zu haben. Nun sollen die Wardenburger Feuerwehrleute am 14. Juni eine Wahlempfehlung aussprechen.

Doch das ist zu spät, denn der Gemeinderat tagt nur noch einmal, am Donnerstag, 1. Juni, bevor sich die Kommunalpolitik in die Sommerpause verabschiedet. Erst am 17. August – anderthalb Monate nach dem Ablauf der Amtszeit des aktuellen Gemeindebrandmeisters – kommen die Ratsmitglieder wieder zusammen.

Und was meint Grotelüschen selbst zu der Situation? „Ich sag‘ da gar nichts zu. Ich kann es ja nicht ändern.“ Er ist seit zwölf Jahren Gemeindebrandmeister und stellt fest: „Man muss schon ein dickes Fell haben.“ Er müsse auch Entscheidungen treffen, die nicht jedem passen. Seine Pflichten wie die Leitung bei Großeinsätzen und die Vertretung der Wardenburger Feuerwehren gegenüber dem Landkreis und Kreisfeuerwehrverband übernimmt ab 1. Juli voraussichtlich sein Stellvertreter Maik Oliver Bäcker aus Wardenburg. 

bor

Rubriklistenbild: © dpa

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