37-Jähriger tötete seine Ehefrau in Wardenburg

Totschlag: Mehr als 13 Jahre Haft für Familienvater

Wardenburg/Oldenburg - Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichts hat am Dienstag einen irakischen Familienvater wegen Totschlags in Wardenburg zu einer Gefängnisstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Der 37-Jährige hatte seine Ehefrau am 17. Mai dieses Jahres mit neun Messerstichen in Hals und Oberkörper im gemeinsam bewohnten Einfamilienhaus getötet. Besonders strafverschärfend wertete die Kammer den Umstand, dass der Angeklagte die Tat in Anwesenheit der fünf gemeinsamen Kinder verübt hatte.

Das Gericht wertete das Vorgehen des Manns als Totschlag. Den ursprünglichen Anklagevorwurf des Mordes ließen die Juristen fallen, weil dazu die rechtlichen Voraussetzungen fehlten. Auch der Oberstaatsanwalt hatte auf Totschlag plädiert, dafür allerdings die Höchststrafe von 15 Jahren Gefängnis gefordert. Einzig der Nebenklägervertreter wertete die Tat nach wie vor als Mord. Das müsse mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet werden.

Gericht: Mann tötete aus Eifersucht - trotzdem kein Mord

Vor Gericht ging es vor allem um das Motiv für den tödlichen Angriff. „In der Tatnacht endete gegen 3 Uhr eine Ehe, die zu diesem Zeitpunkt schon keine mehr war“, sagte der Richter. Die Frau des Angeklagten hatte ein Verhältnis mit ihrem Schwager gehabt. Nach jesidischen Recht war es zu einer Trennung gekommen. Doch dann waren die Eheleute doch noch einmal zusammen gekommen – mit fatalen Folgen, so der Vorsitzende. Der Angeklagte hätte nicht aus verletzten Ehre getötet, sondern aus Eifersucht.

Dieses Motiv stellt in der Regel ein Mordmerkmal dar. Weil der Eifersucht aber ein reales Geschehen zugrunde lag (das Fremdgehen der Frau), musste das Tatmotiv in einer abgeschwächten Form betrachtet werden. Unter anderem deswegen ist der Angeklagte nicht wegen Mordes verurteilt worden.

In seiner Urteilsbegründung erinnerte der Vorsitzende daran, dass die vorliegende Tat mittlerweile die vierte sei, die von Mitgliedern der jesidischen Gemeinde begangen worden sei. Jeder, der Asyl suche, sei willkommen. In Deutschland würden aber deutsche Gesetzte gelten, an die sich jeder zu halten habe, so der Richter.

Die Ereignisse des 17. Mai hatten für einiges Aufsehen in der Gemeinde Wardenburg gesorgt. Anwohner riefen die Polizei. Die Staatsanwaltschaft hatte sofort Haftbefehl gegen den 37-Jährigen beantragt. - wz

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