Initiative für regionales Einkaufen in Wardenburg stößt auf positive Resonanz

Nahversorgung bedeutet Lebensqualität

Wardenburger Geschäftswelt „in unsere Mitte nehmen“: Dafür stehen die Vorstandsmitglieder des Marketingforums Stefan Dähne und Oliver Bremer, Bürgermeister Christoph Reents, Andrea Biller (Kämmerin) sowie die Vorstandsmitglieder des Wirtschaftsförderungsvereins Johanna Hollmann und Katrin Kruse (von links). Foto: Gramberg

Wardenburg - Von Gregor Hühne. Viele Plakate wurden im gesamten Gemeindegebiet verteilt und viele Geschäfte haben sie in ihrem Schaufenster hängen. Vor rund einer Woche startete die Initiative „Wir sind Wardenburg! Hier kaufe ich ein“, um auf die durch die Coronalage bedrohten Unternehmen aufmerksam zu machen und ihnen zu helfen. „Die Aufkleber werden nach und nach unter die Menschen gebracht. Sie zieren bereits einen Teil des Fuhrparks der Gemeinde“, sagt Christoph Reents, Wardenburgs Bürgermeister. „Ich nehme wahr, dass das Thema ,regionaler Handel‘ hierdurch vermehrt bei den Menschen im Gespräch ist – eine gute Voraussetzung für einen Erfolg der Aktion“, resümiert Reents.

Die bisherige Resonanz sei äußerst positiv. Nach dem Eindruck der Stadtverwaltung findet die Aktion guten Zuspruch sowohl bei den Bürgern wie auch in der Wirtschaft. „Mit Sicherheit ist vielen unserer Bürger die Thematik ,regional kaufen‘ bereits bewusst. Aber manchmal brauchen wir Menschen ja Anlässe, um unser bisheriges (Kauf)Verhalten zu überdenken und möglicherweise zu ändern“, schildert Reents. Einen solchen Anlass biete diese Aktion.

Ebenfalls freudig aufgenommen worden sei die Tatsache, dass mit diesem gemeinsamen Projekt des Wirtschaftsförderungsvereines, des Marketing Forums sowie der Gemeindeverwaltung zusammen an einem Strang gezogen wurde und dadurch Kräfte gebündelt werden konnten. Auch sei bei dieser Zusammenarbeit deutlich geworden, was mit der Initiative im Grunde vermittelt werden sollte: „Wir sind eine Gemeinschaft und wir halten in diesen schwierigen Zeiten zusammen“, unterstreicht der Bürgermeister.

Mit Stand vom Freitag sind insgesamt 1 457 Gewerbebetriebe in der Gemeinde Wardenburg angemeldet gewesen. Hierzu zählen auch sämtliche Einzelunternehmer, die ihrem Gewerbe oder Nebengewerbe von zu Hause aus nachgingen. Auf den Einzelhandel entfallen rund 100 Ladengeschäfte – inklusive Gastronomie – mit Vor-Ort-Verkauf. Wirtschaftlich ist die Gemeinde Wardenburg grundsätzlich sehr gut aufgestellt, heißt es von der Gemeinde. Nicht zuletzt gebe es einen vielseitigen Einzelhandel mit gesunden mittelständischen Betrieben. Dennoch „macht sich hier – wie woanders auch – die aktuelle Situation in Verbindung mit der Coronakrise wirtschaftlich bemerkbar“, ergänzt der Bürgermeister. Insbesondere hätten viele Ladengeschäfte und die Gastronomie durch die erfolgten Schließungen mit teilweise „heftigen“ Umsatzeinbußen zu kämpfen. Dies mache sich auch bei der Gewerbesteuer aufgrund der Anträge auf Herabsetzungen der Vorauszahlungen für 2020 bemerkbar.

Ob und inwieweit Wardenburger Unternehmen tatsächlich infolge der Krise aufgeben müssen, sei derzeit noch nicht absehbar und davon abhängig, wie sich die Krise weiterentwickele. „Ich hoffe ganz stark, dass möglichst alle Wardenburger Betriebe diese Krise wirtschaftlich überstehen und sich erholen“, so Reents.

Für das Gelingen sei die Gemeinde Wardenburg als ein Teil der örtlichen Fairtrade-Initiative gut aufgestellt. In deren Steuerungsgruppe seien Rat und Verwaltung vertreten. Wenn es bei der Fokussierung der Unterstützung regionaler Produkte und Fairtrade-Produkte auch Überschneidungen in der Zielsetzung gibt, nämlich die Vermeidung der wirtschaftlichen Ausbeutung von Menschen, habe sich eine konkrete Zusammenarbeit mit der aktuellen Initiative nicht ergeben, heißt es.

Die Aktion „Wir sind Wardenburg! Hier kaufe ich ein“ sei zwar gewissermaßen der aktuellen Krise geschuldet. Das Ziel der Stärkung des Handels vor Ort könne jedoch nur ein Grundsätzliches sein. Als Konsument müsse sich jeder einzelne die Frage stellen, in was für einem Umfeld er zukünftig leben wolle und welchen Stellenwert dabei das Thema Nahversorgung für ihn habe. „Ich persönlich wünsche mir einen Erhalt und den Ausbau der guten Angebote, die wir vor Ort haben. Sie tragen maßgeblich zu einem intakten Gemeindeleben bei; einfach weil sie wichtiger Teil des Gemeinwesens sind“, sagt Reents.

Daher sei nicht von einem Trend zu sprechen, sondern vielmehr von einer Notwendigkeit. Das Thema „Unterstützung der heimischen Wirtschaft“ bleibe aktuell. Es zeige sich auch in anderen Projekten und Kooperationen wie dem Netzwerk Wirtschaft. So sei auch beispielsweise die Wardenburg-App zu nennen, ein Ergebnis von erfolgreicher Zusammenarbeit in der Kommune. Zudem stünden immer wieder regionale Projekte an, wie etwa die Teilnahme an der Initiative „Heimatshoppen“.

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