Überlegungen der Gemeinde Wardenburg

Marktplatz würde 440.000 Euro kosten

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Der Schützenverein hat ein Nutzungsrecht für den 6 460 Quadratmeter großen Marktplatz.

Wardenburg - Von Ove Bornholt. Eigentlich gehört der Wardenburger Marktplatz der Gemeinde. Doch der örtliche Schützenverein hat seit 1978 das Nutzungsrecht, einmal im Jahr sein Schützenfest auf der Fläche zu feiern.

Nun laufen Überlegungen, dem Verein dieses Recht abzukaufen, damit die Gemeinde frei über den Platz verfügen kann. Das würde jedoch mit 440.000 Euro zu Buche schlagen. Dennoch favorisiert die Verwaltung diese Variante.

6 460 Quadratmeter groß ist der Platz an der Ecke Huntestraße/Am Fischerheim in Wardenburg. Und genau genommen handelt es sich nicht um einen Markt-, sondern um einen Schützenplatz, obwohl er gemeinhin unter ersterer Bezeichnung bekannt ist. Um das zu verstehen, hilft ein Blick in die Geschichte: Das Gebiet wurde ursprünglich ausschließlich als Schützenplatz genutzt. Seit den Jahren 1901/02 feiert der Verein dort sein jährliches Fest. 

Im Zuge der Umgestaltung des Platzes von 1977 bis 1979 sicherte die Gemeinde den Schützen das Recht zu, weiter auf der Fläche zu feiern. Direkt angrenzend befindet sich eine Schießhalle, die mit einer Ausnahmegenehmigung des Landkreises Oldenburg genutzt werden darf. Die Situation sei aus der Historie heraus verständlich, heißt es dazu in einer Sitzungsvorlage.

Gemeinde lehnt Umzug des Verbrauchermarkts ab

Zurück in die Gegenwart: Eigentlich wollte die Familie Frerichs ihren Irma-Verbrauchermarkt von der Friedrichstraße auf den Marktplatz verlagern und damit auch deutlich vergrößern. Eine entsprechende Vereinbarung des Unternehmens mit dem Schützenverein zur Ablösung des Nutzungsrechts besteht bereits. 

Den Umzug hatte der Gemeinderat jedoch Ende November vergangenen Jahres abgelehnt und stattdessen einen Ideenwettbewerb zur zukünftigen Gestaltung des Gebiets vorgeschlagen. Doch um die dabei zu sammelnden Vorschläge auch umsetzen zu können, müsste die Gemeinde eben Herr im eigenen Hause, beziehungsweise auf dem eigenen Platz sein.

Erste Gespräche der Verwaltung mit dem Schützenverein haben ergeben, dass dieser durchaus offen ist für eine Aufgabe seines Rechts. Allerdings möchten die Schützen 440.000 Euro für einen Neubau ihrer Schießhalle an der Weserstraße von der Gemeinde haben. Die gleiche Summe hätte die Familie Frerichs auch zahlen müssen.

Stellt sich sich nur die Frage, ob das Recht des Schützenvereins am Marktplatz 440.000 Euro wert ist. Das wären pro Quadratmeter 68,11 Euro. Die Bodenrichtwerte in der Innerortslage von Wardenburg liegen zurzeit allerdings bei 130 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Also würde die Kommune durch den Kauf einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen, rechnet die Verwaltung vor. Bleibt abzuwarten, was die Politik darüber denkt. Das Thema soll am Donnerstag, 25. Januar, ab 17 Uhr während der nächsten öffentlichen Ratssitzung im Rathaus in Wardenburg behandelt werden.

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