Landesraumordnungsprogramm (LROP) beschäftigt Landwirte in Wardenburg

Moorbauern sorgen sich um ihre Tradition und Flächen

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Ausgehend von den acht Hektar Land, auf dem nun Pensions-Pferde laufen, nahm der Hof Klatte 1938 seinen Anfang. Thorsten Klatte bewirtschaftet ihn in dritter Generation und wünscht sich, dass Minister Christian Meyer sich mehr zur Landwirtschaft bekennt.

Benthullen - Von Ove Bornholt. Als Thorsten Klattes 18-jährige Tochter Carolin in der Berufsschule gefragt wurde, was „Heimat“ für sie bedeutet, zog sie los und grub einen Klumpen Moor aus: Die Familie Klatte ist wie viele in Benthullen (Gemeinde Wardenburg) eng mit dem Land verbunden. Umso mehr blickt Landwirt Thorsten Klatte mit Sorge auf den zweiten Entwurf für eine Neufassung des Landesraumordnungsprogramms (LROP), welche dem Torferhalt Vorrang einräumt.

Als Klattes Großeltern 1938 acht Hektar Land erworben hätten, sei alles Moor gewesen und habe mühsam urbar gemacht werden müssen. Straßen und Gräben seien angelegt worden. „Sollte man das alles der Kohlenstoffdioxid-Reduzierung opfern und die Tradition sowie die unglaubliche Arbeit wieder aufgeben?“, fragt der Landwirt sehr skeptisch.

Er begrüßt die Aufnahme der Landwirtschaftsklausel in den Entwurf. Diese sieht vor, dass eine der guten Praxis entsprechende landwirtschaftliche Nutzung der Torferhaltung nicht entgegensteht. Auch dass es keine weitgehende Wiedervernässung geben soll, begrüßt Klatte. „Das wäre für uns katastrophal gewesen. Durch die Menge an Einsprüchen und Sachverstand ist die Ideologie ein wenig zurechtgerückt worden.“

Dennoch beklagt Klatte, dass es Unklarheiten gäbe. Zum Beispiel bei der Bodenbearbeitung. Der 47-Jährige bewirtschaftet 20 Hektar Grünland für seinen Hof mit rund 620 Schweinen und einer Pension für 40 Pferde an der Saarländer Straße. Sechs Hektar davon sind reines Hochmoor. Ob diese gepflügt werden dürfen, gehe aus dem Entwurf nicht hervor.

Auch das Thema Übersandung beschäftigt ihn und andere Landwirte. Bei dem Verfahren wird eine 15 bis 18 Zentimeter dicke Sandschicht in den Moorboden eingebracht. Dadurch trägt er die schweren Maschinen besser, und die Pflanzen können vor allem während eines heißen Sommers gut an die Flüssigkeit im Boden herankommen. „Versandete Flächen sind wunderbares Grünland“, erklärt Klatte. Das Land habe die Maßnahme noch in den 70er- und 80er-Jahren gefördert. Die meisten Flächen seien nun übersandet. „Wir werden jetzt ja auch alle satt. Dennoch sollten wir diese Option nicht aus den Augen verlieren“, meint Klatte.

Sein Kollege Torben Lüschen (28) bewirtschaftet gemeinsam mit seinem Vater rund einen Kilometer vom Hof Klatte entfernt 38 Hektar Grünland an der Böseler Straße. Er bemängelt, dass der Entwurf die Unterhaltung von Grünlandflächen im Hochmoor erschwere und demonstriert das auf einer Koppel, die seit 15 Jahren extensiv genutzt wird: Höchstens acht Rinder laufen auf der vier Hektar großen Koppel, die schon lange nicht mehr eingeebnet wurde. Knietiefe Senken haben sich dadurch gebildet, dass der moorige Untergrund ungleichmäßig absackt. „Wir können fast nicht mehr mähen“, so Lüschen. Im Entwurf sei nicht festgehalten, dass Flächen eingeebnet werden dürften.

Durch Demonstrationen und Tausende Stellungnahmen von betroffenen Bauern sowie Landeigentümern habe sich schon einiges bewegt, meint Lüschen. Der Entwurf sei besser geworden, „aber noch nicht gut.“ Er befürchtet auch, dass die Ausformulierung des Programms auf Kreisebene noch schärfere Regeln mit sich bringen wird. Viele ältere Landwirte würden zum Beispiel von der Pacht leben. Und wenn deren Flächen weniger wert seien, weil es mehr Auflagen gibt, handele es sich um eine „Stillenteignung“, kritisiert der junge Landwirt.

Kommentar zum LROP-Entwurf: Landwirte brauchen Sicherheit

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