Großleitstelle in Oldenburg bringt bald App für die Meldung unkritischer Einsätze heraus

Kein Notfall? Dann zum Smartphone greifen!

Ein Baum liegt quer auf der Straße. Die Feuerwehr ist mit einem Fahrzeug angerückt.
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Die App soll künftig der Feuerwehr dabei helfen, Einsätze nach ihrer Wichtigkeit abzuarbeiten.

Landkreis/Oldenburg – Wenn mal wieder ein Sturm über das Land zieht, stehen die Telefone nicht still: Wasserschäden, umgestürzte Bäume, weggeewehte Gegenstände. Besorgte Bürger wählen dann in aller Regel den Notruf – und landen somit bei der Großleitstelle Oldenburger Land (GOL). Dort müssen die eingehenden Meldungen nacheinander abgearbeitet werden – ganz gleich, ob der Anrufer einen mittelgroßen Ast auf einem Feldweg meldet oder einen lebensbedrohlichen medizinischen Notfall.

Um das System zu entlasten und allen Beteiligten die Arbeit zu erleichtern, hat die GOL zusammen mit dem Softwareentwickler BTC aus Oldenburg ein neuartiges System inklusive App für das Smartphone erarbeitet, das sich aktuell in einer letzten Testphase befindet: „Keinnotfall.de“ lautet der Arbeitstitel. In anderthalb bis zwei Monaten soll das System fertig- und der Öffentlichkeit vorgestellt werden, erläutert GOL-Pressesprecher Stefan Abshof im Gespräch mit unserer Zeitung. Rund anderthalb Jahre sei das Programm in der Entwicklung gewesen.

„100 Notrufe zu bearbeiten, ist kein Problem“, sagt Abshof. Doch viel wichtiger sei es, die Anrufe zu priorisieren: die wichtigen, die weniger wichtigen und die unwichtigen. Und da komme das „Keinnotfall.de“-System ins Spiel. Bei einer großen Gefahrenlage, etwa einem Orkan aber auch anderen denkbaren Vorfällen, aktiviert die GOL das System. Das werde dann etwa über die Social-Media-Kanäle der Leitstelle bekannt gegeben. Erst dann wird die App, die sich die Nutzer auf ihr Handy geladen haben, aktiviert. Wer danach etwa einen vom Sturm gefällten Baum findet, kann diesen per App melden: inklusive Foto und falls gewünscht auch mit genauer Standortangabe per Satellitennavigation. Ein speziell geschulter Disponent in der GOL sichtet dann die Eingänge, kann schnell die Dringlichkeit der Meldung einschätzen und – um beim Beispiel Sturmschäden zu bleiben – an die zuständigen Feuerwehren vor Ort weiterleiten, so Abshof. Diese verfügen über eine entsprechende Schnittstelle und können ihrerseits alles Weitere besser koordinieren. Das sei insbesondere dann nützlich, wenn ein Ereignis von mehreren Personen zeitversetzt oder mit leicht unterschiedlichen Ortsangaben gemeldet werde. „Duplizitäten lassen sich besser abbilden“, sagt Abshof. Derweil bleibe der Notruf für andere Meldungen frei. Das, so der Sprecher, sei eine „maximale Innovation“. Es sei richtig, im Zuge der Digitalisierung auf moderne Technik zu setzen.

Triviale Anrufe belasten das System

Es habe schon Großwetterlagen gegeben, die die GOL an ihre Grenzen gebracht haben – da unterschieden sich die Oldenburger aber nicht von anderen Zentralen in Deutschland. Neben ernsthaften Hinweisen und Hilfeersuchen seien in solchen Fällen immer wieder banale Meldungen dabei. Und diese, das könne er aus eigener Erfahrung beim Rettungsdienst sagen, hätten in den vergangenen 15 Jahren eindeutig zugenommen. „Und obendrauf kommt dann der medizinische Notfall.“ Das allergrößte Ziel der Leitstelle sei es, Menschenleben zu retten.

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