30 Flüchtlinge sollen im Dorfgemeinschaftshaus wohnen

Wardenburg bereitet Notunterkünfte vor

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Handwerker richten das Dorfgemeinschaftshaus Hundsmühlen zur Notunterkunft her.

Wardenburg - Die Gemeinde Wardenburg spricht von einer schweren Entscheidung. Besonders weil Freizeitangebote verlegt werden müssen.

117 Flüchtlinge leben in der Gemeinde Wardenburg, bis Ende Januar sind weitere 97 angekündigt, und die Gemeinde rechnet damit, dass im Frühjahr noch deutlich mehr Flüchtlinge kommen: Der Wohnraum wird also knapp. Deswegen soll das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Hundsmühlen zur Notunterkunft für 30 Flüchtlinge werden. Derzeit richtet die Gemeinde das Gebäude dafür her. Gleiches geschieht beim Jugendzentrum. Dort sollen dauerhaft vier Familien mit rund 20 Menschen leben. In Vorbereitung ist auch eine Unterkunft im DGH Westerburg.

„Die Gemeinde Wardenburg ist nach wie vor bestrebt, Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen“, heißt es in einer Mitteilung der Kommune. Aber derzeit stünden noch nicht genügend Wohnplätze zur Verfügung, um allein die bis Ende Januar angekündigten Flüchtlinge aufzunehmen. Deshalb müsse sich die Gemeinde darauf einstellen, Notunterkünfte vorzubereiten. „Diese können wegen des bevorstehenden Winters nicht einfach aus Zelten bestehen. Neben der Anmietung von Räumlichkeiten müssen aus diesem Grunde gemeindeeigene Gebäude – wie Freizeitstätten und Dorfgemeinschaftshäuser – für die Unterbringung genutzt werden“, heißt es weiter.

Das Vorgehen ist laut Bürgermeisterin Martina Noske mit den Dorfgemeinschaften abgesprochen. Sie verweist darauf, dass es in Westerburg auch eine Gaststätte für Aktivitäten der Einwohner gibt. Im DGH Hundsmühlen seien vorrangig Sportangebote betroffen. „Der örtliche Verein weicht aus“, so Noske.

Die Jugendpflege versucht derweil, ihr Programm in der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Everkamp in Wardenburg weiterzuführen. Noske zeigte sich optimistisch. Es habe Gespräche mit der Schulleitung gegeben und Angebote wie der wöchentliche Medientag oder der Disco-Abend könnten in der IGS fortgesetzt werden.

„Trotz aller Einschränkungen bei den Räumlichkeiten ist es Ziel der Gemeinde, die Angebote wie Bücherei, Jugendarbeit, Seniorenarbeit und Kultur weiterhin anbieten zu können“, heißt es in der Mitteilung.

Die Unterbringung ist die eine Sache, die Integration der Flüchtlinge die andere. Noske verweist in diesem Zusammenhang auf die offene Teestube für Flüchtlinge in Wardenburg unter Federführung der evangelischen Kirche. Deren Mitglieder wollten sich nun auch in Hundsmühlen engagieren. „Wir versuchen, die Unterbringung mit Ehrenamtlichen zu ergänzen, die uns bei der Essensausgabe helfen – das findet sich in Hundsmühlen gerade“, sagt Noske.

Viele Bürger hätten sich gemeldet, um sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren. Ein erstes Treffen der künftigen Flüchtlingsbegleiter habe es bereits gegeben. „Diese Unterstützung ist sehr wertvoll, um die Flüchtlinge hier aufzunehmen und zu integrieren.“

bor

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