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Ein großer digitaler Chor gegen den Krieg

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Von: Gero Franitza

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Ein Mann sitzt an einem Computer.
An dem Computer in seinem Tonstudio in Südmoslesfehn setzt Olof Roter die Beiträge der Teilnehmer zusammen. So soll ein großer Chor und ein entsprechendes Orchester entstehen. © fra

Südmoslesfehn/Landkreis – Aggression sei vor zwei Wochen das ihn beherrschende Gefühl gewesen, sagt Olof Roter. Wut über den Krieg in der Ukraine, das Töten, das Sterben. Und Wut auf die Person, die all dieses zu verantworten hat: Wladimir Putin. „Man sieht die Bilder und fragt sich: ,Was kann man machen?‘“, blickt der studierteOrchestermusiker und Schlagzeuger zurück.

Seine Reaktion: „Ich wollte ihn beschimpfen.“ Harte Worte hatte er für den russischen Kriegsherrn gefunden, teilweise sehr harte Worte. Die wollte er vertonen und im Internet veröffentlichen. Doch was bringe das, habe er sich dann gefragt – das schüre dort nur noch mehr negative Energie.

Doch war die Grundidee geboren: ein Lied, an Putin gerichtet. Statt noch mehr Negativem sollte es „positive Energie“ ausstrahlen. Und so entstand das Videoprojekt „Stimmen gegen den Krieg“. Dafür sammelt er in den kommenden Wochen Beiträge – Musik oder Gesang: Die Musiker spielen die Melodie der ukrainischen Nationalhymne, die Sänger tragen während des Refrains mit dem Statement „Stop, Putin –Stop den Krieg“ dazu bei. „Die Emotionen rauslassen“, benennt Roter die ursprüngliche Idee. „Um die eigene Hilflosigkeit in den Griff zu kriegen.“

Viele Stimmen, eine Botschaft

Am Computer, Roter betreibt ein eigenes Tonstudio, kann er die einzelnen Beiträge „nebeneinanderstellen“ – sodass aus mehreren Solisten (aber auch kleinen Gruppen) ein möglichst großer Chor wird – der den Kremlchef unmissverständlich und wie mit einer Stimme auffordert, das Töten, Sterben und Leiden in der Ukraine zu beenden.

Dieses Statement soll nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen sein: Denn der jeweilige Beitrag soll als kleiner Clip eingesendet werden, diese Bilder stellt der Initiator dann für sein Video – wie in einem Mosaik – zusammen. Auf der Homepage seiner Tangoschule, die er zusammen mit seiner Frau betreibt, können Interessierte das Metronom herunterladen, damit sie die Worte im richtigen Rhythmus einsprechen können.

Screenshot des Projekt
Die Anleitung finden Interessierte auf der Internetseite. © Roter

50 Leute hätten bereits mitgemacht, berichtet Roter, „es wächst immer weiter“. So habe er am Sonntag etwa den Ortsverein Südmoslesfehn aufgenommen. Und da die Aktion über das Internet läuft, können sich Menschen von überall her beteiligen – und auch mit allen möglichen Instrumenten, gleich welcher Art. Bislang seien etwa eine E-Gitarre, aber auch ein Fagott dabei. Größeren Gruppen – Vereinen, nicht zuletzt Chören, aber auch Schulklassen – möchte er dabei gerne helfen, indem er sie – wie den Ortsverein – dabei aufnimmt. Dabei sei es ganz gleich wo – auch in Wildeshausen, Dötlingen oder Harpstedt. Die Entfernung sei dabei nicht so wichtig. „Der Krieg macht auch vor keiner Grenze halt“, versinnbildlicht Roter.

Doch solle sich niemand gedrängt fühlen, unterstreicht er: Die Teilnehmer sollten es aus Überzeugung machen. Rund zwei Wochen lang, so hat sich der Tanzlehrer und Musiker das Ziel gesetzt, will er Stimmen, Bilder und Klänge sammeln. „Und wenn der Krieg vorher zu Ende sein sollte, dann ist mit das auch recht“, so Roter. Bevor das fertige Video im Internet veröffentlicht wird, bekommen es die Teilnehmer als Erste zu sehen.

Song-Projekt: Weitere Informationen und Kontakt zu Olof Roter unter www.novotango.de

Update: „Version 1.0“ veröffentlicht

Es waren nicht nur Einwohner des Landkreises Oldenburg, die Olof Roter buchstäblich ihre Stimmer geliehen haben: Der Musiker und Tango-Lehrer aus Südmoslesfehn hat ein Lied gegen den Krieg in der Ukraine aufgenommen (wir berichteten). Die Audiobeiträge der Teilnehmer hat er am Computer zu einem großen Chor vereint. Die erste Version seines Projektes hat er jetzt auf Youtube veröffentlicht. Wer noch in den Chor der Friedliebenden mit einstimmen möchte, kann sich per E-Mail an info@tonstudio-roter.de an den Initiator wenden: Eine „Version 2.0“ ist bereits geplant.

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