Fachfirmen sind auf die Entfernung der Nester spezialisiert / Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Eichenprozessionsspinner – nichts für Laien

Drei Männer stehen vor einem Steigerwagen.
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Kennen sich mit den Schädlingen aus: Axel Pape mit seinem Bruder Frank und Mitarbeiter Nico Siebert (v.l.).

Achternholt/Landkreis – Ihre Nester sehen mitunter unscheinbar aus, doch sind sie eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier: die Eichenprozessionsspinner – oder viel mehr die Härchen der Raupen dieses Falters. Sie werden deswegen auch „Brennhaare“ genannt und das nicht ohne Grund. Denn sie können bei Kontakt mit der Haut Reizungen auslösen, beim Einatmen gar zu nicht unerheblichen Atemwegsproblemen führen.

Die Beseitigung dieser Gesundheitsgefahr ist also dringend geboten, jedoch nichts für Laien, berichtet Axel Pape, Inhaber des gleichnamigen Betriebes für Land- und Forstdienstleistungen in Achternholt (Gemeinde Wardenburg). Sein Unternehmen ist einer der zertifizierten Betriebe im Landkreis, die sich um die sichere Entfernung und nicht zuletzt fachgerechte Entsorgung des heiklen Materials kümmern.

Denn das Problem, so Pape, breite sich mit den Insekten immer weiter aus. Kennengelernt habe er es bei einer Weiterbildung in Sachen Baumpflege in Bayern, berichtet er. Dort seien die Eichenprozessionsspinner schon lange ein heißes Thema. Vor zwei Jahren habe er sich dann in der Beseitigung der Nester dort fortgebildet und seinerseits vier seiner 20 Mitarbeiter darin geschult. Über Nordrhein-Westfalen habe sich der Falter immer weiter gen Norden ausgebreitet und sei nun auch hier zu Hause. „Es waren schon im vergangenen Jahr viele“, antwortet Pape auf die Frage nach der Häufigkeit der Einsätze hierzulande, „in diesem Jahr sind es zehnmal mehr.“ Ende April schlüpfen die Larven des Falters, ab Mai entwickeln sie die gefährlichen Härchen, Ende August wandeln sie sich dann zu dem Nachtfalter. Sein Unternehmen ist in Sachen Eichenprozessionsspinner aktuell in den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg, Ammerland und den Städten Oldenburg und Delmenhorst fortlaufend im Einsatz, meist im Auftrag von Kommunen. Je nach Aufwand würden dabei bis zu 50 Nester am Tag entfernt. „Jetzt ist die Hochphase“, sagt der Fachmann mit Blick auf die von den Larven ausgehende Gefährdung. Zwei Mitarbeiter seien aktuell ständig im Einsatz.

Vorsicht ist geboten

Wie ernst die Gefahr, die von den feinen Brennhaaren ausgeht, genommen wird, lässt sich an den Sicherheitsvorkehrungen bei der Entfernung und der Beseitigung ablesen: „Nur unter Vollschutz und mit Atemschutzmaske“, so Pape, dürfen seine Mitarbeiter sich den Nestern nähern, „sogar die Handschuhe sind abgeklebt.“ Zunächst werde ein befallener Baum abgesucht, erläutert der Achternholter, denn die Stellen könnten überall versteckt sein. Seine Mitarbeiter nutzten dazu einen Steigwagen. Sind die Larven lokalisiert, werden die Bereiche mit einer Art Klebstoff eingesprüht, damit beim anschließenden Absaugen nichts aufgewirbelt wird.

Die dafür eingesetzten Geräte ähnelten denen zur Beseitigung von Asbeststaub, schildert der 47-Jährige: Nichts könne dem System entweichen. Die speziellen Auffangbeutel müssten dann verbrannt werden – in einer Müllverbrennungsanlage in Bremen. Dort müssen auch die Einmal-Schutzanzüge entsorgt werden. Seine beiden Mitarbeiter helfen sich gegenseitig beim Ablegen der Schutzkleidung. Sobald einer davon befreit ist, zieht er einen frischen Anzug an, um eine Kontamination auszuschließen. Eine Entsorgung im Hausmüll sei deswegen nicht möglich. Wer einen Befall entdeckt, sollte auf jeden Fall einen Fachmann zurate ziehen, unterstreicht Pape: „Laien dürfen das nicht.“ Denn zu groß sei die Gefährdung beim Beseitigen, so könnten etwa die Härchen durch herkömmliche Sauger sogar erst weit in der Umgebung verteilt werden. Die Brennhaare behielten über zehn Jahre hinweg ihre gesundheitsschädlichen Wirkungen bei. Wenn die Nester nicht entfernt werden, bestehe die Gefahr, dass sich der Falter und seine Larven im kommenden Jahr weiter ausbreiten, so Pape . „Augen zu und durch gibt es da nicht“, lautet sein Fazit.

Die Nester der Larven sind nicht immer leicht zu erkennen und sollten nur von Fachleuten entfernt werden.
Ein Nest mit Larven an einem Baumstamm.
Die Larven krabbeln hintereinander einen Baum entlang.

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