Dicke Überraschung im Schützenverein

Vorstand tritt nach Kritik zurück

Marco Rolappe, Meike Hartlage, Frank Nienaber, Bernd Gaumann, Friedel Kammann, Lea-Madlen Vallan, Hilmer Corßen und Harry Riedemann gehören dem neuen Vorstand des Schützenvereins Reckum-Winkelsett an.

Harpstedt - Von Martin Siemerund Jürgen BohlkenWINKELSETT · Einen völlig unerwarteten Verlauf nahm am Freitag die Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Reckum-Winkelsett im alten Genossenschaftsschuppen. Bis deutlich nach Mitternacht tagten die „Grünröcke“. Am Ende stand ein ganz neuer Vorstand an der Spitze, nachdem die komplette alte Führungsriege das Handtuch geworfen hatte.

Aufgrund eines ganzen Katalogs von Anträgen und Anfragen wurde der Punkt „Verschiedenes“ vorgezogen: Mehrere Mitglieder wollten in einem 17-Punkte-Plan verschiedene Dinge geklärt und geändert haben, auch das Schützenfest betreffend. Sie übten dabei Kritik, was der Vorsitzende Thomas Ringeling als Ausdruck des Missfallens an seiner Amtsführung interpretierte. Der Vereinschef zog die Konsequenzen – und einen Schlussstrich: Er stellte sein Amt zur Verfügung. Offenkundig aus Solidarität schmissen auch die Vorstandsmitglieder Gerold Schäfer, Heike Möhlenhoff und Thomas Lehmkuhl hin. Und da Schriftführer Manfred Corßen und Jugendwartin Monika Bahrs schon im Vorjahr angekündigt hatten, dass sie aufhören wollen, und dies nun nach 14 und 16 Jahren Amtsführung wahr machten, fehlte dem Verein plötzlich eine ganze Führungsriege.

Die Versammlung reagierte bestürzt. Versuche, das bisherige Vorstandsteam zum Weitermachen zu bewegen, scheiterten. Thomas Ringeling erklärte, an seiner Entscheidung gebe es nichts zu rütteln. Und auch sein bisheriger Stellvertreter Gerald Schäfer blieb hart.

Die Rücktrittswelle war im Übrigen kein spontanes Ergebnis des Versammlungsverlaufs. Da der Vorstand sich in seiner Arbeit nicht mehr bestätigt fühlte, hatte er am Vortag intern beschlossen, den Weg für eine andere Führungsmannschaft frei zu machen.

Nach langer Debatte stand ein neuer „Kapitän“ auf der „Brücke“: Die Versammlung wählte Bernd Gaumann, Miturheber des besagten 17-Punkte-Plans, zum Vorsitzenden. Harry Riedemann rückte als Adjutant zusätzlich in den Vorstand und soll dem Vereinschef bei Proklamationen zur Seite stehen. Hintergrund: Das Krönungsprozedere im vergangenen Jahr hatte Unmut geerntet, weil etwa die Nationalhymne nicht erklang und der Orden für den Vizekönig fehlte.

Bernd Gaumann hielt den 17-Punkte-Plan nicht für unangemessen hart formuliert. „Darin wird niemand persönlich angegriffen. Hätte mir die Kritik gegolten, hätten ich sie als konstruktive Kritik begriffen“, sagte er gestern auf Nachfrage.

Als zweiter Vorsitzender fungiert jetzt Frank Nienaber, als Schriftführer Hilmer Corßen und als Kassenführer der bisherige zweite „Schatzmeister“ Marco Rolappe, dem nun wiederum Friedel Kammann als Stellvertreter zur Seite steht. Meike Hartlage ist erste und Lea-Madlen Vallan zweite Damenvertreterin (sowie zusätzlich Jugendwartin). Dieter Höfemann bleibt Schießwart. Sein Bruder Holger steht ihm jetzt als zweiter Schießwart zur Seite.

Aus dem 17-Punkte-Plan fanden nur wenige Anregungen Zustimmung: So sollen zwei der nun nur noch drei Übungsschießen fortan in Verbindung mit Frühschoppen laufen. Das Grillfest, weiterhin mit Übungsschießen, wird um eine Woche nach hinten verlegt; dadurch kommt es nicht mehr zu einer Überschneidung mit dem Schützenfest in Colnrade. Als persönlicher Ansprechpartner beim Pokalschießen steht der Herrenmannschaft künftig der König und dem Damenteam die Vereinsmeisterin zur Seite.

Als letzte Amtshandlung zeichnete Thomas Ringeling in der Jahreshauptversammlung langjährige Mitglieder aus. Heino Lehmkuhl und Theo Sanders halten dem Verein seit 50 Jahren die Treue. Dorit Speckmann, Jens-Uwe Wöhler und Hilmer Corßen blicken auf 25 Jahre Zugehörigkeit zurück.

Neu in den Verein aufgenommen worden sind Christoph Hartlage und Christian Kohl. Dem standen drei Austritte gegenüber.

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