Dezernent Kapell sieht durch Umzug der Schulbehörden-Außenstelle nach Oldenburg Reibungsverluste

Vieles nun nicht mehr zu leisten

Die Außenstelle der Landesschulbehörde in Wildeshausen steht vor dem Aus.

Landkreis - Von Cord Krüger· Uwe Cordes „kondolierte“ gestern Morgen als erster Anrufer am Apparat von Klaus Kapell. Der Harpstedter Samtgemeindebürgermeister drückte dem Regierungsschuldirektor sein Bedauern aus, dass er mit seinem Team die Außenstelle der Landesschulbehörde in Wildeshausen verlassen und andernorts die Geschicke der Schullandschaft im Landkreis mitbestimmen muss. Er und Wildeshausens Verwaltungs chef Kian Shahidi hatten für den Erhalt vehement plädiert – doch es nutzte nichts. In den Umwandlungsplänen des Landeskabinetts von 16 auf neun Außenstellen spielt der Standort Wildeshausen keine Rolle mehr.

„Juristisch gesehen ist das letzte Wort natürlich noch nicht gesprochen, aber am Kabinettsbeschluss dürfte es wohl nichts mehr zu rütteln geben“, schätzt Kapell. Seinen Dienstposten verliert er dadurch nicht, aber er stellt auch klar, dass dieser Schritt „weit mehr bedeutet als nur der Umzug von einigen Schreibtischen nach Oldenburg“. Sorgen bereiten ihm die „größeren Entfernungen zwischen Schule und Schulaufsicht“ ebenso wie die erschwerten Bedingungen für Eltern: „Wenn sich also eine Harpstedter Mutter einmal an uns wenden wollte, war sie in zehn Minuten hier. Nach Oldenburg dauert es mit dem Bus eineinhalb Stunden.“ Erhebliche Bedenken hegt er, die bisherige Funktion als Ansprechpartner für die Lehrer in gewohnter Weise auszuüben.

Zudem sieht sich der Schuldezernent künftig nicht mehr in der Lage, wie bisher an so vielen Informationsabenden Präsenz zu zeigen: „Das kann ich so nicht mehr leisten, es wird alles wegfallen.“ In der Tat stand Kapell häufig parat: Ob nun Elternversammlungen oder Ausschusssitzungen zur geplanten Gesamtschule anstanden – er gab bis zum späten Abend Auskünfte aus erster Hand. „Nun wären dafür dringend weitere Planungsgespräche erforderlich – auch wenn die abschließende Genehmigung der Gesamtschule in Wardenburg durch das Kultusministerium noch aussteht“, verdeutlicht der Dezernent.

Jetzt muss das Ministerium einige neue Räume in Oldenburg anmieten, während in Wildeshausen diese acht Büros bald leer stehen. Dort unterstützten zuletzt noch einige Hilfskräfte die zwei von ursprünglich drei schulfachlichen Dezernenten und fingen einen Teil der Arbeit auf, die vor zwei Jahren noch zwei Schulpsychologen leisteten. Gespräche mit ihnen suchten die Verantwortlichen in Hannover nicht: Das Land ließ sich von einem externen Büro über die Einsparpotenziale beraten.

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