Alte Weggefährten kamen zum Malteser Film-Café ins LiLi-Servicekino

Viele kannten Renate Kern aus Wildeshauser Zeit

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Michael Prochnow wirbt in einer Vitrine für den Film. ·

Wildeshausen - So voll war es noch nie beim Malteser Film-Café im LiLi-Servicekino. Gestern wurde der Film „Und vor mir die Sterne“ über das Leben von Schlagersängerin Renate Kern gezeigt. Sogar für den neu angesetzten Termin am 6. Dezember sind schon 66 Karten verkauft. Und viele, die gestern im Kino-Saal saßen, hatten Renate Kern früher kennen gelernt.

So, wie Jutta und Arpad Salzmann, die als Nachbarn der Schlagersängerin in Hoyerswege (Ganderkesee) gewohnt hatten. „Wir haben oft zusammen Abendbrot gegessen“, erzählen die beiden. „Man ist damals eben rübergegangen und hat gefragt, ob der andere mitessen möchte.“ Dass es Renate Kern am Ende ihres Lebens nicht gut ging, sei offensichtlich gewesen.

„Renate war vollgestopft mit Medikamenten. Sie war schwer depressiv“, berichtet Jutta Salzmann. „Sie sprach ganz langsam.“ Hilfe habe sie nicht gewollt. „Sie war ja auch in Behandlung in einer Bremer Klinik, und ihr Mann Klaus Hildebrandt hat ihr viel geholfen.“

Aber Jutta Salzmann kannte Renate Kern auch aus besseren Zeiten. „Ich hatte damals den ‚goldenen Autoschlüssel‘ erfunden und Gebrauchsmusterschutz dafür angemeldet. Um das bekannter zu machen, habe ich Renate gebeten, in einem Werbefilm aufzutreten“, berichtete sie gestern. Der Film sei abgedreht worden, und Renate Kern habe den Schlüssel geschenkt bekommen. „Nach ihrem Tod habe ich ihn von Klaus Hildebrandt zurückgekauft“, so Jutta Salzmann.

Wenige Sitzreihen vor ihr saß gestern Renate Eilers. Auch sie kannte Renate Kern (geborene Poggensee), die am 23. Januar 1945 in der Rhön zur Welt kam und später in Wildeshausen lebte. „Als meine Tochter Ulrike sechs Jahre alt war, war Renate zur OLB-Eröffnung an der Westerstraße gekommen und sang dort. Sie hat damals mit Ulrike zusammen gesungen.“

Renate Kern, so erinnert sich Renate Eilers, sei gerade bei DDR-Bürgern sehr beliebt gewesen. Damals trug die Sängerin aber schon den Künstlernamen Nancy Wood. „Nach der Wende kamen die Leute nach Wildeshausen und haben nach Nancy Wood gesucht.“ Damals allerdings lebte Renate Kern schon lange in Hoyerswege, wo sie sich am 18. Februar 1991 das Leben nahm.

Gestern erinnerten sich viele Besucher gerne an die Wildeshauser Schlagersängerin. Im Kino gab es Kaffee und Kuchen. „Eine tolle Sache“, fand Jutta Salzmann. · dr

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