Kreszentia Flauger und Axel Brammer zu Gast in der Waldschule Hatten

EU ist viel mehr als der Bananen-Krümmungsgrad

Axel Brammer informierte die Neuntklässler über die Europäische Union...

Oldenburg - SANDKRUG (cs) · Am kommenden Sonntag ist Europatag. Seit 1986 wird am 9. Mai dem Vorschlag Robert Schumans aus dem Jahr 1950 gedacht, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen – die Grundpfeiler der heutigen Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten und rund 500 Millionen Einwohnern. Doch was bedeutet die EU eigentlich für jeden Einzelnen? Das versuchen Politiker nun im vierten Jahr während der Europawoche Schülern deutlich zu machen.

Gestern, am niedersächsischen EU-Projekttag, waren Kreszentia Flauger (Die Linke) und Axel Brammer (SPD) zu Gast bei Neuntklässlern der Waldschule in Hatten-Sandkrug.

Beide Politiker klärten die Realschüler zunächst über die Grundstruktur der Europäischen Union auf – und warben, fernab von parteipolitischen Interessen, für die Staatengemeinschaft. „Seit 1979 können wir das Europäische Parlament wählen“, erklärte Flauger den 16-jährigen Jugendlichen. „Leider ist die Wahlbeteiligung seitdem immer weiter gesunken – es wäre schön, wenn ihr bei der nächsten Möglichkeit im Jahr 2014 wählen geht.“ Schließlich, berichtete die Landtagsabgeordnete, würden die deutschen Gesetze heute zu 80 Prozent von der Europäischen Union beeinflusst. Ein berühmtes Beispiel für die Gesetzgebung kannten die Schüler: den Krümmungsgrad der Banane. „Dieses Gesetz wurde aber vor einigen Monaten aufgehoben“, betonte Flauger. Und so lächerlich sich manche Regelungen auch anhörten – auch diese basierten auf dem Grundgedanken der Gerechtigkeit. Viel wichtiger war der Politikerin aber, den Schülern zu erklären, welche Vorteile die Europäische Union für die Schüler bringt. „Ihr könnt nach Holland reisen, ohne euren Ausweis vorzeigen zu müssen“, so eines der vielen Beispiele. Auch Euro und Verbraucherschutz führte sie an. „Es ist noch gar nicht lange her, dass das Telefonieren aus dem Ausland saumäßig teuer war“, erklärte sie anschaulich. „Ihr sollt nicht denken, dass alles unwichtig ist, was in Europa entschieden wird“, mahnte sie.

Um genau das den Schülern zu veranschaulichen, war auch Axel Brammer in der Waldschule. „Was die EU für die Schüler selber bedeutet und auch für ihr Land, ist schwer zu erfassen – die Staatengemeinschaft ist schließlich groß und ab-strakt“, so Uta Wilms, Mitarbeiterin des Landtagsabgeordneten. „Leider gibt es viele Klischees, und die zu widerlegen, ist schwer.“

Ihr Chef gab sich aber alle Mühe, um die Schüler von der Ernsthaftigkeit der Union zu überzeugen, zunächst – genau wie Kreszentia Flauger – mit einem Vortrag über die Geschichte, die Organe und die Funktionsweise der EU. Die anschließende Diskussion nutzten die aufgeweckten Neuntklässler aber auch, um auf bundespolitische Themen zu sprechen zu kommen. „Wenn die EU Griechenland jede Menge Geld gibt, dann könnten von den Steuereinnahmen doch auch Häuser für Obdachlose hergerichtet werden“, wusste eine Schülerin geschickt das Thema zu wechseln. Schnell war eine lebhafte Diskussion um Sozialgesetzbuch und Mindestlöhne entbrannt. Auch wenn es nicht nur um die EU ging – der zweistündige Besuch der Politiker zeigte, dass sich viele Schüler intensiv mit ihrer politischen Umgebung beschäftigen – von der kommunalen bis hin zur europäischen Ebene. Das ist wohl die Hauptsache.

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