John Campbelljohn reißt rund 50 Zuhörer mit, darunter drei Düsseldorfer

Viel Blues und ein wenig „Highland Heavy Metal“

Hochkonzentriert zupft John Campbelljohn in Steel-Guitar-Technik die auf den Knien liegende – elektrisch verstärkte – Halbakustikgitarre.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken„Guten Tag. Ähm, guten Abend. I‘m sorry. Are you feelin‘ okay? Alles klar?“ In 1a-Denglisch begrüßte John Campbelljohn am Dienstagabend sein Publikum im „Alten Pfarrhaus“. Zu den etwa 50 Zuhörern, die der Slide-Gitarren-Legende lauschten, zählten drei Düsseldorfer: Rainer Lehmann, Ulrike Breuckmann und Markus Rach verleben momentan einen Radwander-Kurzurlaub in der Samtgemeinde. Noch bis Sonntag wohnen sie auf dem Eichenhof Lehmkuhl in Kirchseelte. Über das Internet erfuhren sie von Campbelljohns Gastspiel in Harpstedt. Nach Hörproben aus dem Web stand fest, dass sie sich diesen Ohrenschmaus nicht entgehen lassen würden.

„Ich habe mir gerade alle CDs von John Campbelljohn gekauft, die ich noch nicht hatte“, verriet Lehmann in der Konzertpause. Der Kanadier schreibt die meisten seiner Songs selbst. Er stammt von der Kap-Breton-Insel, und die Herkunft erklärt auch die keltischen Einflüsse in seiner Musik. Dass sein „strange celtic Blues“ bisweilen sogar etwas von folkloristischer Tanzmusik hat, offenbarte sich dem Harpstedter Publikum im Anschluss an zwei „Warm up“-Songs. „Wow“, staunte ein Zuhörer entzückt nach einem atemberaubenden Solo.

„Have you verstehen my crazy canadian Englisch?“, fuhr Campbelljohn „zweisprachig“ fort und erntete zustimmendes Nicken. Seine Stimmfarbe mag hier und da ein wenig an Eric Clapton erinnern; seine Spieltechnik auf der elektrisch verstärkten Halbakustikgitarre oder der Mandoline mit Slide-Röhrchen passt indes in keine Schublade. Der Unverwechselbarkeit seines Stils verdankt Campbelljohn wohl auch viele der Preise, die er bis dato abgeräumt hat.

Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als er bei einem klassischen Blues mit Raggae-Anleihen die Gitarre auf die Knie legte und sie wie eine Steel-Guitar zupfte. Überhaupt blieben Überraschungsmomente und Humor nicht auf der Strecke: Der Titel „Heart like a stone“ klang mit dem spontan eingestreuten Gitarrenriff aus Deep Purples „Smoke on the water“ aus. Ein von Campbelljohn augenzwinkernd als „optimistisches Lied“ angekündigtes Stück drehte sich um das redensartliche „Licht am Ende des Tunnels“, das dem Songtext zufolge allerdings von einem entgegenkommenden Zug stammte!

Ein wenig „Hilfe“ erbat sich der Saitenvirtuose bei einer Nummer aus seinem Album „Hook, Slide & Slicker“. Nein, singen müsse niemand, „beruhigte“ er die Fans. Stattdessen

ließ der Altmeister des Blues das Publikum pfeifend in das Thema des Instrumentals einstimmen. Das Ergebnis entzückte ihn: „Just like Woodstock. Wunderbar!“

In „No Philosopher“ servierte der Allrounder einen World-Music-Cocktail aus, wie er es nannte, „Country, Rock‘n‘Roll, Highland Heavy Metal und celtic Music“. Insgesamt aber zog sich der Blues wie ein roter Faden durch den in jeder Sekunde unterhaltsamen Abend.

Mit einem Konzert des Iren Kieran Halpin findet die „Gitarre total“-Reihe des Kunst- und Kulturvereins (KuK) und der Agentur „Artistainmemt“ am 19. Oktober eine Fortsetzung. Eventuell wird der Gitarrist von einem Percussionisten begleitet.

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