Oldenburger wehrt sich gegen Vorwürfe

VHS-Dozent spricht von Rufmord

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Yakub Castur wusste gestern gar nicht, mit welchem Gerücht er zuerst aufräumen sollte. „Es ist so viel über mich geschrieben worden“, meinte er: „Das meiste davon tut mir richtig weh.“ Der 34-Jährige aus Oldenburg war am Dienstag von der Oldenburger Volkshochschule (VHS) wegen Verwendung eines islamistischen Buches in seinen Kursen gefeuert worden – oder auch nicht. „Da fängt‘s schon an: Man kann mich gar nicht feuern“, schimpft er: „Ich bin da nie angestellt gewesen.“

Dummerweise war dieser Formfehler noch das harmloseste, was in den vergangenen Tagen auf Castur eingeprasselt ist. Die Behauptung, der Ex-Dozent hätte in seinem Kurs „Einführung in den gelebten Islam“ demokratie- und frauenfeindliche Lehren verbreitet, hat dem Ruf des Unternehmers bereits jetzt erheblich ramponiert. „Das ist Rufmord“, sagt er: „Was da behauptet wird, ist völlig aus der Luft gegriffen. In diesem Kurs saßen schließlich drei Frauen; die hatten nichts zu meckern.“

Und in der Tat scheint es so, als sei Castur ein Opfer der fatalen Eigendynamik geworden, die Indizienketten bisweilen annehmen. Zum Verhängnis wurde ihm offenbar das umstrittene Buch „Einführung in den Islam speziell für Volkshochschulen“, das vom Verein „Way to Allah“ herausgegeben wurde. Weil Castur zur gleichen Zeit im Sinne eines Dialogs zwischen den Religionen in Zusammenarbeit mit der VHS Oldenburg und der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Oldenburg einen Islam-Kurs an der VHS Oldenburg gab, sei der Verein auf ihn zugekommen. „Ich habe zugestimmt, als Ansprechpartner genannt zu werden, falls jemand einen ähnlichen Kurs plant“, erzählt er. Und so tauchten sein Name und der der VHS Oldenburg plötzlich unter dem ominösen Buch auf, das er nach eigener Aussage weder gelesen noch benutzt hat: „Ganz ehrlich: Als ich meinen Kurs gegeben habe, kannte ich das nicht mal.“

Dennoch nahm das Unheil für ihn seinen Lauf. Was er nämlich nicht wusste, war, dass „Way to Allah“ vom Verfassungsschutz beobachtet wurde – und das Buch allein mit dem Titel schon das Urheberrecht verletzt. Das Innenministerium wiederum zögerte nicht lange, als es auf Casturs Namen stieß, und informierte die VHS. „Als wir gesehen haben, dass wir auf der Internetseite genannt werden, mussten wir handeln“, meinte VHS-Sprecherin Jana Blaney: „Harr Castur stand da nun einmal als Ansprechpartner.“ Ob bewusst oder nicht; durch Castur sei die VHS auf diese dubiose Seite geraten – „deshalb wird er bei uns keine Kurse mehr leiten“. Die Türkisch-Islamische Gemeinde schloss sich an und entzog Castur seinen Posten als Dialogbeauftragter. Und der versteht die Welt nicht mehr.

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