Fundtierunterbringung nicht geklärt

Verzichten Tierschützer auf Gebot ?

Wildeshausen - Von Dierk RohdenburgWILDESHAUSEN · Voraussichtlich muss die Stadt Wildeshausen bei der Fundtierunterbringung auf ein Angebot der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) verzichten. Schon bei der ersten Ausschreibung im Frühjahr beteiligten sich die Tierschützer nicht, und auch bei der bald folgenden beschränkten Ausschreibung könnte eine Bewerbung der TSGW ausbleiben.

Der Grund liegt auf der Hand: Der Vorstand der Tierschutzgruppe fühlt sich von der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe im Rat im Stich gelassen. Deren Mitglieder hatten im Herbst 2008 beantragt, die Fundtierverträge mit der TSGW zu kündigen. Das geschah auch. Dennoch wurde ein neuer Vertrag über ein Jahr Laufzeit geschlossen, weil die TSGW im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung das günstigste Angebot unterbreitet hatte. Ab dem 1. Januar 2011 muss die Stadt nun einen neuen Anbieter finden.

Die erste Ausschreibung verlief erfolglos, weil sich lediglich ein Bewerber gemeldet hatte, der dann aber aufgrund von formalen Fehlern abgelehnt wurde. Nun sollen alle Anbieter angeschrieben werden, die sich früher schon beworben hatten – in der Hoffnung, dass dann ein Bewerber gefunden wird, der ein wirtschaftliches Angebot vorlegt.

Nach derzeitiger Einschätzung dürfte die TSGW nicht dabei sein. Sie wäre ohne Zweifel der Verein, der die Fundtierunterbringung am preiswertesten und vermutlich auch engagiertesten organisieren könnte. „Wir haben in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet“, sagt die TSGW-Vorsitzende Christina Poppe selbstbewusst. „Wir waren gewissenhaft und nicht zu teuer.“ Man habe sogar Spenden für die artgerechte Fundtierunterbringung eingesetzt, wo eigentlich öffentliche Gelder hätten fließen müssen.

Sauer sind die Tierschützer darauf, dass nach dem Willen der Mehrheitsgruppe die neuen Verträge für drei Jahre abzuschließen sind. Gleichzeitig würden aber die Pläne, in Holzhausen ein Tierheim zu bauen, blockiert, wo es nur geht. „Wenn wir aber kein Tierheim bauen dürfen, dann können wir die Tiere nicht betreuen“, so Poppe. „Solch einen Winter wie den vergangenen überstehen wir am Klärwerk nicht noch einmal.“

Während FDP und CDU von Alternativen zum Standort Holzhausen sprechen, sieht Poppe keine andere Lösung. „Das jetzt ins Gespräch gebrachte Objekt an der Glaner Straße ist zu klein und vermutlich zu nahe an der Bebauung am Spascher Sand Resort“, sagt sie. Weitere Projekte seien nicht in der Diskussion.

Auch ohne Fundtierverträge mit Wildeshausen wollen die Tierschützer ein neues (kleineres) Tierheim in Holzhausen bauen. Schließlich haben sie mit anderen Gemeinden laufende Verträge.

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